Eskalationsgefahr
Warren Buffett vergleicht KI mit Atomwaffen – niemand hat mehr die Kontrolle
Der Investor zieht eine historische Parallele: Eine Technologie, die einmal freigesetzt wurde – und deren Folgen niemand mehr kontrolliert.
- Buffett warnt vor unkontrollierbarer KI-Entwicklung.
- KI-Risiken sind unberechenbar, wie Atomwaffen einst.
- Technologischer Fortschritt kann langfristig gefährlich sein.
- Report: Favoritenwechsel
Der legendäre Investor Warren Buffett warnt davor, die Risiken der Künstlichen Intelligenz zu unterschätzen. In einer zweistündigen Sondersendung auf CNBC zog der langjährige Chef von Berkshire Hathaway einen drastischen Vergleich: Die Dynamik von KI erinnere ihn an die Entwicklung von Atomwaffen.
Besonders gefährlich sei aus Buffetts Sicht, dass selbst führende KI-Entwickler nicht wüssten, wohin sich die Technologie langfristig bewege. "Selbst die klügsten Köpfe sagen, dass sie nicht wissen, wohin die Reise geht", so Buffett. Anders als bei früheren Entdeckungsreisen lasse sich dieser Weg jedoch nicht mehr rückgängig machen: "Der Geist ist aus der Flasche."
Zur Einordnung verwies Buffett auf Albert Einsteins berühmte Warnung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, wonach die Atombombe "alles auf der Welt verändert, außer der Art und Weise, wie Menschen denken". Was einst als kontrollierbare Technologie gedacht gewesen sei, habe sich verselbstständigt. Heute verfügten nicht mehr nur ein oder zwei Staaten über Atomwaffen, sondern "jetzt acht, bald neun", so Buffett. Das erhöhe das Risiko massiv, insbesondere weil einige Akteure instabil seien: "Jetzt gibt es einige Leute, die einem schon Angst einjagen, wenn sie eine Spielzeugpistole haben, geschweige denn eine Atomwaffe."
Buffett machte deutlich, dass er die nukleare Bedrohung nicht für ein finanziell lösbares Problem hält, zugleich aber sein gesamtes Vermögen einsetzen würde, um sie zu reduzieren. "Wenn ich mit allem, was ich habe, drei Länder auswählen könnte, die sich dauerhaft aus dem Atomwaffenspiel zurückziehen würden, würde ich das in fünf Sekunden tun", sagte er.
Diese Haltung prägt Buffett seit Jahren. Bereits im Geschäftsbericht 2015 warnte er, dass ein "erfolgreicher" nuklearer, biologischer, chemischer oder cyberbasierter Angriff die größte Bedrohung für Berkshire und die USA darstelle. Auch zur KI äußerte er sich wiederholt skeptisch und sprach 2024 von einem "enormen Potenzial für Gutes und ein enormes Potenzial für Schlechtes".
Die jüngsten Aussagen fallen in eine Phase des Übergangs: Buffett hat sich aus dem operativen Rampenlicht zurückgezogen. Seit Januar führt Greg Abel den Konzern. Buffetts Warnung bleibt jedoch klar – technologische Durchbrüche ohne Kontrolle können langfristig gefährlicher sein als kurzfristige wirtschaftliche Chancen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
