US-Finanzriesen im Fokus
Erhöhte Dividende bei BlackRock & Co: So startet die Wall Street ins neue Jahr
BlackRock meldet Rekordzuflüsse, Morgan Stanley profitiert von starken Märkten, Goldman Sachs punktet im Kerngeschäft trotz Plattform-Dämpfer.
- BlackRock verzeichnet Rekordzuflüsse von 698 Mrd. USD.
- Morgan Stanley profitiert von starkem Investmentbanking.
- Goldman Sachs punktet im Kerngeschäft, kämpft aber.
- Report: Favoritenwechsel
Die Berichtssaison der US-Banken hat in dieser Woche an Fahrt aufgenommen. JPMorgan hat sie am Dienstag eröffnet, am Mittwoch folgten Citigroup, Bank of America und Wells Fargo. Nun haben mit Morgan Stanley, BlackRock und Goldman Sachs weitere Schwergewichte ihre Zahlen vorgelegt. Während Vermögensverwalter von anhaltenden Zuflüssen profitieren, treibt lebhafte Kapitalmarktaktivität die Investmentbanken. Zugleich zwingen Altlasten aus dem Konsumentengeschäft zu Korrekturen. Die aktuellen Quartals- und Jahreszahlen zeigen, wie robust das Geschäft insgesamt bleibt und wo sich neue Risiken abzeichnen.
BlackRock wächst mit Zuflüssen und Gebühren
BlackRock verwaltet zum Jahresende 2025 rund 14 Billionen US-Dollar. Das Unternehmen verzeichnet im Gesamtjahr Nettozuflüsse von 698 Milliarden US-Dollar, davon 342 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal, wie BlackRock in einer Pressemitteilung berichtet. Konzernchef Laurence D. Fink sagt:
"BlackRock startet mit einer beschleunigten Dynamik [...] in das Jahr 2026, nachdem wir das stärkste Jahr und Quartal mit den höchsten Nettomittelzuflüssen in unserer Geschichte hinter uns haben."
Der Umsatz steigt im Jahr um 19 Prozent, während der nach US-Rechnungslegungsstandard ausgewiesene Gewinn um sieben Prozent, das Ergebnis je Aktie sogar um 16 Prozent gesunken ist. Der Rückgang ist auf nicht zahlungswirksame akquisitionsbezogene Aufwendungen und eine Spende für wohltätige Zwecke zurückzuführen, die in den bereinigten Zahlen nicht enthalten sind. Bereinigt zeigt das Betriebsergebnis einen Anstieg von 18 Prozent, der bereinigte Gewinn je Aktie wächst um zehn Prozent, trotz niedrigerer nicht operativer Erträge und einer höheren Anzahl verwässerter Aktien.
Der Verwaltungsrat erhöht die Quartalsdividende um 10 Prozent auf 5,73 US-Dollar pro Aktie und genehmigt weitere Aktienrückkäufe.
Starke Märkte treiben Morgan Stanley
Morgan Stanley meldet für das vierte Quartal 2025 Erlöse von 17,9 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 4,4 Milliarden US-Dollar. Im Gesamtjahr steigen die Erlöse auf 70,6 Milliarden US-Dollar, der Gewinn erreicht 16,9 Milliarden US-Dollar, so das Unternehmen in einer Mitteilung am Donnerstag. Der Ertrag auf das materielle Eigenkapital liegt im Jahr bei 21,6 Prozent. Konzernchef Ted Pick sagt:
"Morgan Stanley hat im Jahr 2025 eine hervorragende Leistung erzielt."
Er verweist auf 9,3 Billionen US-Dollar an Kundenvermögen in Vermögensverwaltung und Investmentmanagement sowie auf 350 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen. Das Investmentbanking profitiert von höherer Aktivität, die Aktienhandelsbereiche liefern Rekorde, und auch das Anleihegeschäft bleibt solide. Der Verwaltungsrat beschließt zudem eine Quartalsdividende von 1,00 US-Dollar je Aktie. Morgan Stanley zahlt sie am 13. Februar 2026 an alle Stammaktionäre aus, die am 30. Januar 2026 im Aktienregister stehen.
Goldman Sachs punktet im Kerngeschäft, stolpert aber bei Plattformen
Goldman Sachs erzielt 2025 Erlöse von 58,28 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 17,18 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie steigt auf 51,32 US-Dollar, wie die Bank am 15. Januar mitteilte. Im vierten Quartal sinken die Erlöse im Jahresvergleich auf 13,45 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn je Aktie mit 14,01 US-Dollar über dem Vorjahr liegt. David Solomon, Chairman und CEO von Goldman Sachs, sagte:
"Wir verzeichnen weiterhin ein hohes Maß an Kundenbindung [...] und erwarten, dass sich diese Dynamik im Jahr 2026 noch beschleunigen [...] wird."
Das starke Global-Banking-und-Markets-Geschäft federt Belastungen in den Plattformlösungen ab. Dort drücken Wertberichtigungen im Kreditkartenportfolio rund um den Ausstieg aus dem Apple-Card-Programm auf die Erlöse, auch wenn Rückstellungen für Kreditausfälle teilweise entlasten. Die Eigenkapitalrendite erreicht im Jahr 15,0 Prozent, der Buchwert je Aktie steigt auf 357,60 US-Dollar. Für das erste Quartal 2026 erhöht Goldman Sachs die Dividende auf 4,50 US-Dollar je Aktie.
Drei Strategien, ein gemeinsames Signal
Die Zahlen zeigen drei Wege durch dasselbe Marktumfeld. Morgan Stanley profitiert breit von Investmentbanking und Vermögensverwaltung. BlackRock wächst vor allem über Zuflüsse und steigende Gebühren auf einer immer breiteren Plattform. Goldman Sachs bleibt im Kerngeschäft stark, räumt aber Altlasten bei Konsumentenplattformen ab. Gemeinsam senden sie ein Signal: Die Nachfrage nach Kapitalmarkt- und Anlageprodukten bleibt hoch, doch die Ertragsquellen verschieben sich sichtbar.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
