Alarmstimmung am Ölmarkt

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    Pulverfass Ölpreis: Droht Brent-Öl wegen geopolitischer Risiken zu explodieren?

    Am Ölmarkt herrscht Alarmstimmung. Die Geopolitik hat die Ölpreise fest im Griff. Brent-Öl und WTI-Öl stehen derzeit unter dem Einfluss geopolitischer Brandherde. Venezuela, Iran, Ukraine – die Liste wird immer länger.

    Für Sie zusammengefasst
    Alarmstimmung am Ölmarkt - Pulverfass Ölpreis: Droht Brent-Öl wegen geopolitischer Risiken zu explodieren?

    Aktuelle Lage am Ölmarkt – Pulverfass Brent-Ölpreis 

    In den letzten Wochen bot sich am Ölmarkt folgendes Bild: Die Sorge vor einer Überversorgung des Marktes setzte die Ölpreise unter Druck. So taumelte Brent-Öl der zentralen Unterstützungszone 60 US-Dollar / 58,5 US-Dollar entgegen. Kurzzeitig stand ein Rücksetzer unter die 58,5 US-Dollar und damit die Aktivierung eines Abverkaufsszenarios zu befürchten. Die Geopolitik „rettete“ Brent-Öl. Der Ölpreis zog an und nimmt aktuell wieder den wichtigen Preisbereich von 65 US-Dollar ins Visier. Die aktuelle Situation gleicht einem Pulverfass. Die Geopolitik beeinflusst nicht nur den Ölmarkt – auch der Anstieg des Goldpreises und die Explosion des Silberpreises sind darauf zurückzuführen.

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    Gründe für den Anstieg von Brent-Öl

    Maßgeblichen Anteil an der Erholung der Ölpreise hat die Situation rund um den Iran. Der Iran hat für den Ölmarkt eine große Bedeutung. Das Land ist Gründungsmitglied der OPEC und entsprechend ein wichtiger Ölproduzent. Zudem verfügt das Land über enorme Ölreserven und hat strategische Bedeutung. Die Straße von Hormus liegt vor der Haustür. Die Meerenge gilt als zentrale Transportroute für OPEC-Rohöl. Bereits in der Vergangenheit sorgte dieser Umstand für heftige Preisausschläge am Ölmarkt. Und das Thema Iran schürt weiter Unsicherheit am Ölmarkt. Sollte die Lage weiter eskalieren, könnte es zu einer knackigen Preisrallye bei Brent-Öl kommen.  

    Steht Brent-Öl vor einer Neubewertung?

    An dieser Stelle muss zwischen dem übergeordneten, unverändert preisbelastenden Umfeld (Ölangebot) und dem kurzfristig jederzeit durch geopolitische Entwicklungen aktivierbaren Preispotenzial unterschieden werden. Die aktuelle Situation ist vielleicht mit der im Juni 2025 zu vergleichen. Damals „dümpelte“ Brent-Öl vor sich her, ehe sich die Situation zwischen Israel und dem Iran hochschaukelte und nicht zuletzt die Drohung des Irans im Raum stand, die Straße von Hormus zu blockieren. Die Folgen – obgleich nur temporär – die Ölpreise schossen spektakulär nach oben. Ähnliches ist auch jetzt zu erwarten, sollte sich die Lage weiter destabilisieren.

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    OPEC+ als Zünglein an der Waage

    Ungeachtet des kurzfristig aufgrund der Geopolitik vorhandenen Preispotenzials präsentiert sich die Lage am Ölmarkt fragil – das Thema Überversorgung ist noch nicht vom Tisch. Auf ihrem letzten Treffen Anfang Januar bestätigten die führenden OPEC+ Staaten ihre im November 2025 bereits angekündigte Entscheidung, im 1. Quartal 2026 die Fördermengen nicht weiter anzuheben. Das Ziel ist klar – die Preise sollen stabilisiert werden. Die Frage bleibt jedoch bestehen: Was passiert ab April? Zügelt sich die OPEC+ selbst in puncto Ölförderung oder wird diese wieder ausgeweitet?

    Ein Blick auf die aktuellen Daten der EIA 

    Die aktuellen Daten der EIA (U.S. Energy Information Administration) haben vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Gemengelage nur begrenzten Einfluss. In der letzten Kommentierung zu Brent-Öl an dieser Stelle wurde für die Woche zum 02. Januar ein Abbau der US-Rohöllagerbestände thematisiert. In der Woche zum 09. Januar erhöhten sich die Bestände jedoch deutlich um 3,4 Mio. Barrel auf nunmehr 422,4 Mio. Barrel. Die US-Ölproduktion belief sich im aktuellen Berichtszeitraum auf 13,753 Mio. bpd. In der Woche zum 02. Januar lag diese bei 13, 811 Mio. bpd. Das bisherige Rekordhoch datiert aus der Woche zum 07. November 2025 mit 13,862 Mio. bpd.

    Fazit - Droht Brent-Öl wegen geopolitischer Risiken zu explodieren?

    Die Lage am Ölmarkt ist angespannt. Jederzeit könnten die Entwicklungen im Iran sich massiv auf die Preise auswirken. Mit einem Preisanstieg auf 70 US-Dollar muss gerechnet werden. Sollte es gar über die 70 US-Dollar gehen, könnte der Preis rasch auf 80 US-Dollar schießen – die Parallelen zum Juni 2025 sind nicht von der Hand zu weisen. Übergeordnet ist jedoch noch immer das bärische Szenario mit einem Ölpreisrückgang auf 52 US-Dollar oder gar 46,5 US-Dollar zu favorisieren. Erst wenn es Brent-Öl gelingen sollte, sich nachhaltig und dauerhaft oberhalb von 70 US-Dollar festzusetzen, würde eine Neubewertung der Lage notwendig werden.

    Die Aktien der großen US-Ölkonzerne – Exxon Mobil, Chevron, ConocoPhillips etc. - weisen aktuell ein gefälliges Aufwärtsmomentum auf. Hier könnten weitere Kursgewinne winken. BP und Shell hinken dieser Entwicklung hingegen noch ein wenig hinterher. 

    Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte

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