Deutsche Bank warnt

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    Franken nicht mehr "sicherer Hafen", Dollar-Dominanz bröckelt

    2026 wird "America first" wohl nicht mehr die FX-Märkte dominieren, sondern nationale Wachstumsstories. Das "Exzeptionalismus"-Profil des US-Dollars bröckelt, erwartet die Deutsche Bank, mit Folgen für die ganze Welt.

    Für Sie zusammengefasst
    • US-Dollar verliert Sonderstellung, Abwärtstrend bleibt.
    • Euro könnte von Dollar-Schwäche langfristig profitieren.
    • Schwedische Krone zeigt starke Wachstumsdynamik.
    • Report: Favoritenwechsel
    Deutsche Bank warnt - Franken nicht mehr "sicherer Hafen", Dollar-Dominanz bröckelt

    Der US-Dollar verliert seine Sonderrolle. Nach dem kräftigen Rückgang 2025 erwartet die Deutsche Bank zwar keine Wiederholung des Absturzes im laufenden Jahr, aber der Abwärtstrend bleibt. Früher war der Greenback gleich doppelt gefragt – als Währung der stärksten Wachstumsregion und als High-Yielder, der Investoren die Möglichkeit bot, von Carry-Trades zu profitieren. Beides wird 2026 weniger selbstverständlich.

    "Unser Ausgangspunkt bleibt weiterhin ein negativer Ausblick für den Dollar", erklärt George Saravelos, Global Head FX Research, im Ausblick der Bank für die weltweiten Devisenmärkte für das Jahr 2026. "Der US-Dollar hat seine Sonderstellung sowohl als hochverzinsliche Währung als auch als globaler Wachstumsausreißer verloren.“

    Damit rückt ein neues Leitmotiv in den Vordergrund: Wachstumsdifferenzen zwischen den Regionen und Kapitalflüsse. Wenn die USA nicht mehr klar schneller wachsen als der Rest der Welt und der Zinsvorteil schrumpft, wird es für internationale Anleger interessanter, sich stärker zu diversifizieren und aus US-Positionen herauszugehen. Genau diese steigende Diversifikation kann die US-Währung zusätzlich belasten. Und die starke Konzentration weltweiter Aktienindizes auf US-Börsenschwergewichte erhöht das Klumpenrisiko: Fällt das Vertrauen in die "immer sichere" US-Anlagewelt, wird der Greenback als Krisenabsicherung weniger attraktiv.

    Davon könnte der Euro als zweitwichtigste Währung langfristig profitieren. Zumindest in den ersten Monaten des Jahres sei aber eher mit einer Seitwärtstendenz des Währungspaars oder einem leichten Euro-Anstieg in einer Spanne von 1,15 bis 1,20 zu rechnen, sagen die Strategen. Der Euro habe bereits viel Dollar-Schwäche eingepreist, während die nächste Stufe – ein nachhaltiger Sprung über 1,20 – schwer wird, solange andere Unterbewertungszonen (vor allem in Asien) nicht ebenfalls aufholen.

    Das kurzfristig größte Risiko für Euro-Bullen liegt paradoxerweise in den USA: Am Markt sei eine sehr lockere Fed-Politik eingepreist, erläutert Saravelos. Stabilisiert sich der Arbeitsmarkt, könnte es zu einer Neubewertung hin zu erhöhten Leitzinsen kommen – das wäre temporär Dollar-positiv und könnte potenziell den Euro nach unten ziehen. Umgekehrt gilt jedoch, dass jede weitere Normalisierung der globalen Wachstumsdifferenzen und mehr Absicherung europäischer Investoren auf US-Assets mittelfristig für einen schwächeren Dollar sprechen – aber in Etappen, nicht im Sprint.

    Innerhalb Europas sieht die Studie mehr Differenzierung als im Vorjahr. Besonders klar ist die Stoßrichtung beim Pfund: Die Deutsche Bank rechnet damit, dass die Sterling-Underperformance zurückkehrt. Der Grund ist ein Mix aus nachlassendem Wachstumsmomentum, schwindendem Zinsvorteil und der Gefahr, dass ein zuletzt stark "eingedampfter" politischer Risikoaufschlag wieder anzieht. In der Konsequenz würde das bedeuten, dass der Euro gegenüber dem Pfund zulegt.

    Der Star in Europa ist aus Sicht der Strategen dagegen die Schwedische Krone. Schweden vereint ein seltenes Paket: bessere Wachstumsdynamik, Rückenwind über Exportaufträge und ein Renditeprofil, das Kapital anziehen kann. In diesem Setup wird SEK nicht nur als taktischer Trade gesehen, sondern als Ausdruck eines europäischen Erholungs-Narrativs.

    Beim Schweizer Franken verändert sich die Perspektive: Sinkende Inflation, ungleich verteilte geldpolitische Risiken und ungünstige Kapitalströme könnten dazu führen, dass der Franken 2026 seine Schutzwirkung als sicherer Hafen verliert und weniger als stabile Absicherung wahrgenommen wird, erwarten die Strategen. Der Subtext ist klar: Europas Defensivanker ist nicht automatisch der Gewinner, wenn Risiko wieder eingepreist wird.

    Nachdem die Deutsche Bank mit ihren Devisen-Prognosen für 2025 sehr erfolgreich abgeschnitten hat, sagen die Experten für 2026 weniger große Schockwellen voraus. Ein Trend aber bleibt: Der US-Dollar dürfte in der Zukunft nicht mehr die gleiche außergewöhnliche Rolle im globalen Finanzsystem spielt wie noch vor wenigen Jahren. Für den Euro hingegen ist mit einer zumindest stabilen oder möglicherweise leicht steigenden Tendenz zu rechnen.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
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