Ein Gerücht reicht
Ford flirtet mit BYD – Washington tobt – Anleger feiern
Die Gespräche über Hybridbatterien zwischen Ford und BYD entfesseln einen politischen Sturm, doch die Märkte interessiert das wenig. Während Washington protestiert, steigt BYD deutlich.
- Ford und BYD verhandeln über Hybridbatterien.
- Politischer Widerstand in den USA gegen die Gespräche.
- BYD-Aktie steigt, Ford-Aktie fällt leicht.
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Ford Motor Company führt nach übereinstimmenden Medienberichten Gespräche mit dem chinesischen Automobil- und Batteriekonzern BYD über den möglichen Bezug von Batterien für Hybridfahrzeuge. Ziel der Verhandlungen ist es, Fords Werke außerhalb der USA mit Batterien zu beliefern, die in Hybridmodellen verbaut werden sollen. Eine Einigung steht noch nicht bevor, und es ist offen, ob es tatsächlich zu einem Vertrag kommt.
Die Gespräche fallen in eine Phase, in der Ford seine Strategie neu ausrichtet. Angesichts einer verlangsamten und regional stärker differenzierten Marktdynamik und auslaufender staatlicher Förderungen setzt der Konzern verstärkt auf Hybrid- und Plug-in-Hybridmodelle. Ford hat erklärt, bis 2030 rund die Hälfte seines weltweiten Absatzes mit Hybridfahrzeugen, EREVs (Hybrid mit erhöhter Reichweite) und Elektroautos erzielen zu wollen. Vorstandschef Jim Farley sagte zuletzt: "Wir beschleunigen unsere Investitionen in EREVs und Hybride wirklich."
Sollte es zu einer Zusammenarbeit kommen, würden die in Übersee produzierten Hybridfahrzeuge auch weltweit exportiert, einschließlich in die USA. Die meisten in den USA verkauften Ford-Hybride würden jedoch weiterhin aus nordamerikanischer Produktion stammen. Ein Ford-Sprecher erklärte: „Wir sprechen mit vielen Unternehmen über viele Dinge. Wir äußern uns nicht zu Gerüchten oder Spekulationen über unser Geschäft.“ BYD äußerte sich bislang nicht.
Der mögliche Deal stößt in den USA auf politischen Widerstand. Der Handelsberater des Weißen Hauses, Peter Navarro, kritisierte die Gespräche öffentlich. Der Vorsitzende des China-Ausschusses im Repräsentantenhaus, John Moolenaar, erklärte, Ford "sollte mit unseren Verbündeten zusammenarbeiten, nicht mit unseren Gegnern", und warnte vor einem Reputationsschaden.
BYD ist bereits heute der weltweit größte Verkäufer von Elektrofahrzeugen, wird jedoch durch hohe Zölle und regulatorische Hürden faktisch vom US-Markt ferngehalten. Gleichzeitig expandiert der Konzern stark in Europa, Südamerika und Südostasien. Ford und BYD arbeiten in China bereits seit 2020 zusammen, zudem nutzt Ford Batterietechnologie des chinesischen Herstellers CATL für ein im Bau befindliches Werk in Michigan – ein Projekt, das ebenfalls politische Kritik ausgelöst hat.
Die Nachricht über die laufenden Gespräche ließ die ADRs der BYD-Aktie am Donnerstag um 3,6 Prozent steigen, während die Ford-Aktie leicht nachgab.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

