Neue Kurziele, alte Wette
Rheinmetall bleibt der Elefant im Defense-Raum
Trotz gegensätzlicher Kursziele bleibt das Bild klar: Analysten sehen Rheinmetall weiter als einen der tonangebenden Player im europäischen Aufrüstungszyklus.
- Analysten sehen Rheinmetall als führenden Rüstungsplayer.
- Goldman Sachs hebt Kursziel auf 2300 Euro, bleibt optimistisch.
- Berenberg senkt Ziel auf 2200 Euro, hält Kaufempfehlung.
- Report: Vorsicht, geheim!
Die Aktie von Rheinmetall stand auch in dieser Woche im Fokus der Analystenlandschaft. Zuletzt hat Goldman Sachs das Kursziel von 2200 auf 2300 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" bestätigt. Analyst Sam Burgess verweist in seinem Ausblick auf die europäische Luftfahrt- und Rüstungsbranche für 2025 und 2026 auf eine erwartete Meilensteinzahlung und Impulse für den Barmittelzufluss. Das Risiko, dass Deutschland seine Aufrüstungspläne spürbar reduziert, schätzt er als "äußerst gering" ein.
Zu Wochenbeginn hatte Berenberg sein Kursziel hingegen von 2340 auf 2200 Euro gesenkt. Grund sind der geplante Verkauf des zivilen Geschäftsbereichs sowie niedrigere kurzfristige Erwartungen im Verteidigungssegment, da die Entwicklungsschwerpunkte teilweise in die Jahre 2025 bis 2030 verschoben werden. Entsprechend reduzierte die Bank ihre EPS-Prognosen für 2025 um 9,1 Prozent, für 2026 um 3,5 Prozent und für 2027 um 7,6 Prozent.
Auch die Umsatzschätzungen wurden angepasst. Trotzdem hält Berenberg an der Kaufempfehlung fest und erwartet im europäischen Verteidigungsgeschäft, ohne das Deutschland-Segment, eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 29 Prozenzt bis 2030. Die Analysten betonen: "Rheinmetall bietet branchenführendes Wachstum mit mehreren potenziellen Aufwärtstriggern für unsere Gewinnschätzungen, aus unserer Sicht." Der Ausblick bleibe "äußerst solide", getragen von einer europäischen Aufrüstungsbewegung "in einer frühen Phase", die auch durch kurzfristige Friedenssignale nicht gebremst werde. Bevorstehende große Vergaben deutscher Verteidigungsaufträge seien kurzfristige Katalysatoren, die Bewertung bleibe attraktiv.
Auch Deutsche Bank Research bestätigte ihre Einstufung "Buy" mit einem Kursziel von 2100 Euro. Analyst Christoph Laskawi sieht Chancen für Anleger und erwartet einen weiter steigenden Auftragsbestand, der in den kommenden Monaten rund 120 Milliarden Euro erreichen könnte.
Die US-Bank JPMorgan behält Rheinmetall ebenso auf "Overweight" mit einem Kursziel von 2250 Euro. Analyst David Perry verwies auf steigende US-Rüstungsausgaben und geopolitische Entwicklungen wie die Militäraktion in Venezuela oder die Grönland-Frage als zentrale Branchenfaktoren. Rheinmetall bleibe in diesem Umfeld aussichtsreich, auch wenn andere europäische Rüstungswerte kurzfristig profitieren könnten.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Die Rheinmetall Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,99 % und einem Kurs von 1.931EUR auf Tradegate (16. Januar 2026, 12:22 Uhr) gehandelt.

