Aktie geht durch die Decke
US-Konzern greift nach Klöckner & Co – Übernahmeangebot sorgt für Kursexplosion
Worthington Steel bietet 11 Euro je Aktie für Klöckner & Co. Großaktionär Friedhelm Loh unterstützt den Deal. Die Aktie schießt zweistellig nach oben – Analysten sehen erhebliches Aufwärtspotenzial.
- Worthington Steel bietet 11 Euro je Aktie für Klöckner.
- Großaktionär Loh unterstützt Übernahme, hält 41,5%.
- Analysten sehen hohes Aufwärtspotenzial für Aktionäre.
- Report: Favoritenwechsel
Der US-Stahlverarbeiter Worthington Steel will den Düsseldorfer Stahl- und Metallhändler Klöckner & Co übernehmen – und legt dafür ein Angebot vor, das an der Börse für Begeisterung sorgt. 11 Euro je Aktie bietet Worthington im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots. Der Unternehmenswert inklusive Schulden wird mit rund 2,4 Milliarden US-Dollar beziehungsweise knapp 2,1 Milliarden Euro angesetzt.
Die Reaktion am Markt fiel deutlich aus: Die Klöckner-Aktie sprang am Freitagmorgen um mehr als ein Viertel nach oben. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit auf über 36 Prozent, binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs sogar mehr als verdoppelt. Bereits im Dezember hatten beide Seiten Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss bestätigt – auch damals reagierte der Markt mit einem kräftigen Kursschub.
Rückenwind erhält Worthington durch den Großaktionär Friedhelm Loh. Der Unternehmer hält 41,5 Prozent der Anteile und will seine gesamte Beteiligung andienen. Zudem ist eine Mindestannahmequote von 65 Prozent vorgesehen. Vorstand und Aufsichtsrat von Klöckner empfehlen den Aktionären die Annahme des Angebots.
Auch Analysten sehen den Deal positiv. Nach Einschätzung von Christian Cohrs von Warburg Research liegt der gebotene Preis deutlich über dem eigenständigen fairen Wert des Unternehmens. Die Offerte ermögliche es Investoren, den inneren Wert zu realisieren und gleichzeitig operative Risiken zu reduzieren.
Strategisch passt der Zusammenschluss ins Bild. Klöckner-CEO Guido Kerkhoff treibt seit Jahren den Umbau vom klassischen Stahlhändler hin zum höhermargigen Metallverarbeiter voran. Worthington verfolgt eine ähnliche Ausrichtung und setzt gezielt auf Zukäufe mit Margenpotenzial. Der US-Konzern erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 3,8 Milliarden US-Dollar, Klöckner kam 2024 auf Erlöse von 6,6 Milliarden Euro.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Kloeckner Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +27,27 % und einem Kurs von 10,92EUR auf Tradegate (16. Januar 2026, 11:32 Uhr) gehandelt.
