Banken, Tech, Energie, Bitcoin
Wer gegen das Weiße Haus wettet, verliert – warnt Tom Lee
Die Regierung greift massiv in Kreditmärkte und Notenbankpolitik ein. Tom Lee sieht klare Verlierer im Finanzsektor, aber Chancen bei Energie, Rohstoffen, Big Tech und Krypto – weil Washington die Weichen neu stellt.
- Regierung greift in Kreditmärkte und Notenbankpolitik ein.
- Verlierer: Kreditkartenfirmen, Fed, Hypothekenkäufer.
- Gewinner: Energie, Rohstoffe, Big Tech, Krypto-Chancen.
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Zu Beginn der neuen Berichtssaison haben geopolitische Spannungen und Sorgen um die Unabhängigkeit der Federal Reserve die Stimmung an den US-Börsen zunächst getrübt. Vor diesem Hintergrund rät Tom Lee, Forschungsleiter bei Fundstrat, Anlegern dazu, die politischen Signale aus Washington besonders genau zu verfolgen. Seiner Einschätzung nach entscheidet das Weiße Haus im aktuellen Umfeld stärker denn je darüber, welche Branchen zu den Gewinnern oder Verlierern des Jahres 2026 gehören.
Lee sieht drei klare "Verlierer": Kreditkartenunternehmen, die Federal Reserve und institutionelle Käufer von Hypotheken. Der Sektor kam unter Druck, nachdem Präsident Donald Trump eine auf ein Jahr befristete Obergrenze von 10 Prozent für Kreditkartenzinsen gefordert hatte. "Ich denke, der Gedanke dahinter ist natürlich, die Kosten für die Kreditnehmer zu senken", zitiert MarketWatch Lee. Zugleich warnte dieser aber vor möglichen Folgen. Er verwies auf den früheren JPMorgan-Lobbyisten Tom Block, der erwartet, dass Banken wegen des Regulierungseingriffs "nur ihre besten Kunden" bedienen werden. Lee schlussfolgerte: "Ich denke also, dass es sich hierbei eigentlich um eine Kreditverknappung handelt."
Als zweiten Verlierer nennt Lee die Federal Reserve selbst. Hintergrund ist die strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell. Viele Zentralbanken stellten sich öffentlich hinter Powell. Lee betont, eine unabhängige Notenbank sei essenziell, und Anleger sollten die weitere Eskalation zwischen Trump und Powell genau verfolgen. Rückblickend warnt er davor, auf politisch negativ etikettierte Branchen zu setzen: "Es ist schwierig, Dinge zu kaufen, die Washington als Verlierer einstuft."
Zu den möglichen "Gewinnern" zählt Lee die Hypothekenzinsen, die laut ihm politisch gezielt gedrückt werden könnten. Trump hatte angekündigt, institutionelle Käufer vom Erwerb einzelner Häuser fernzuhalten und Hypothekenzinsen über großangelegte Anleihekäufe zu senken. Der Trend begünstigte bereits Aktien aus dem Bau- und Einrichtungssegment wie Wayfair, das seit Jahresbeginn zweistellig zugelegt hat.
Darüber hinaus sieht Lee weitere Anlagefavoriten für 2026: Energie- und Grundstoffunternehmen, die "Magnificent Seven", Bitcoin und Ethereum sowie Industrie- und Finanzwerte, einschließlich Large-Caps, Regionalbanken und Small Caps.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

