Wendepunkt?

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    Silber crasht nach Rekordrallye – Ausstiegssignal oder Kaufchance?

    Hat die rasante Silberrallye den Preis zu schnell zu hoch katapultiert? Investoren nehmen Gewinne mit und lösen eine Talfahrt aus. Was Anleger wissen müssen.

    Für Sie zusammengefasst
    Wendepunkt? - Silber crasht nach Rekordrallye – Ausstiegssignal oder Kaufchance?

    Der Höhenflug des Silberpreises hat am Freitag einen jähen Dämpfer erlitten. Nachdem das Edelmetall in den vergangenen Wochen regelrecht durch die Decke ging, verlor der Kurs zum Wochenschluss deutlich. Verkaufsdruck kam von gleich 3 Seiten: US-Präsident Donald Trump kündigte überraschend eine Zollpause auf kritische Mineralien an, bessere US-Konjunkturdaten dämpften die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen und Investoren nahmen Gewinne mit.

    Trotz des scharfen Rückgangs um 4,7 Prozent auf 88,03 US-Dollar je Feinunze steht Silber auf Wochensicht immer noch über 14 Prozent im Plus – ein Hinweis darauf, wie rasant die Rallye zuvor verlief. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Silberpreis sogar verdreifacht. Getrieben wurde der Anstieg von einer Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, wachsendem Misstrauen gegenüber Papiergeld sowie massiver Nachfrage nach physischen Sachwerten.

    Die Aussicht auf Importzölle auf strategische Metalle wie Silber und Platin hatte die Rallye zuletzt weiter befeuert. Die plötzliche Kehrtwende aus dem Weißen Haus kommt daher für viele Marktteilnehmer überraschend. Zwar schloss Trump künftige Maßnahmen nicht aus, doch der gegenwärtige Verzicht auf neue Zölle nahm den Märkten kurzfristig den Wind aus den Segeln.

    "Die Zollpause ist eher eine Delle als ein Richtungswechsel", urteilt die Metallberatung Metals Focus in einer aktuellen Analyse. Die Analysten gehen davon aus, dass das strukturelle Umfeld – inklusive hoher Schulden, politischer Unsicherheit und geringer Refinanzierungsmöglichkeiten – die Nachfrage nach Silber weiterhin stützen wird.

    Neben den geopolitischen Einflüssen haben vor allem die jüngsten US-Konjunkturdaten zur Schwäche bei Edelmetallen beigetragen. Die überraschend positiven Zahlen vom US-Arbeitsmarkt – insbesondere bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe – senkten die Erwartungen auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Ein stabiler Arbeitsmarkt verringert den Druck auf die Fed, die Zinsen zu senken, was im Gegenzug die Attraktivität renditeloser Anlagen wie Silber und Gold schmälert.

    Trotz der Kursverluste ist der fundamentale Ausblick für Silber keineswegs negativ. Experten verweisen darauf, dass die Recyclingaktivitäten bei hohen Preisen zwar zunehmen, gleichzeitig aber ein Mangel an hochwertigen Raffineriekapazitäten die Rückführung von Altmetall begrenzt. Das begrenzt das Angebot und könnte die Preise mittelfristig stützen.

    Angesichts der hohen Volatilität stellt sich für Investoren die Frage: War’s das mit der Silber-Hausse? Oder ist der Rücksetzer eine willkommene Gelegenheit zum (Wieder-)Einstieg? Tatsächlich spricht einiges dafür, dass es sich bei dem Rückschlag um eine technische Korrektur handelt. Die Rallye der letzten Monate war in ihrer Dynamik außergewöhnlich, eine ist Verschnaufpause daher nicht überraschend. Zudem bleibt das Umfeld für Edelmetalle grundsätzlich unterstützend. Insbesondere bei weiter hohen Inflationssorgen, politischer Unsicherheit und einem potenziell schwächelnden US-Dollar.

    Allerdings mahnt die jüngste Entwicklung auch zur Vorsicht. Die Rallye dürfte künftig weniger linear verlaufen. Kursschwankungen wie am Freitag könnten häufiger werden und Anleger auf eine harte Probe stellen.

    Der scharfe Rückgang beim Silberpreis markiert wohl noch nicht das Ende des Aufwärtstrends, aber kann als Zeichen dafür gesehen werden, dass es in den vergangenen Wochen unter Umständen zu schnell zu stark aufwärts gegangen ist. Wer investiert ist, sollte nicht in Panik verkaufen, aber die Position kritisch überprüfen. Neueinsteiger finden womöglich einen günstigeren Einstiegspunkt – müssen aber mit erhöhten Schwankungen rechnen. Entscheidend bleibt, wie sich geopolitische Spannungen, die US-Zinspolitik und das globale Vertrauen in Fiatgeld weiter entwickeln.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
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