Kippt die Silber-Rallye?
Silberpreis aktuell unter Druck – warum Anleger jetzt alarmiert sind
Der Silberpreis geriet am Freitag stark unter Druck. Der Ausflug über die 90 US-Dollar nahm ein abruptes Ende. Anleger sind alarmiert und fürchten das Ende der Rallye. Steht Silber vor einem gewaltigen Abverkauf?
- Silberpreis unter Druck, Rückgang auf 90 US-Dollar.
- Gewinnmitnahmen dämpfen Rallye, aber Chancen bleiben.
- Korrekturrisiko steigt, aber Nachfrage könnte steigen.
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Silberpreis aktuell unter Druck
Nach einer bis dahin furiosen Handelswoche gerieten die Edelmetalle am Freitag unter Druck. Einsetzende Gewinnmitnahmen verhagelten Gold und Silber aber auch Platin und Palladium den Wochenausklang. So zog sich der Silberpreis auf 90 US-Dollar zurück. Der Versuch, die 100 US-Dollar zu überwinden, nahm ein abruptes Ende. Wie gefährlich wird die aktuelle Situation für die Fortsetzung der Edelmetallrallye?
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Silber strotzt nur so vor Stärke
Der Preisrückgang vom Freitag mag verunsichern und Nervosität schüren, doch passiert ist letztendlich noch nichts. Es ist bislang der sprichwörtliche Sturm im Wasserglas. Ob des exponierten Niveaus des Silberpreises muss jederzeit mit derartigen Rücksetzern gerechnet werden. Nun kann man bemängeln, dass es Silber nicht gelang, die Woche auf einem neuen Rekordhoch abzuschließen, doch vielmehr sollte man den Fokus auf einen anderen Aspekt richten – Preise unterhalb von 90 US-Dollar werden offenkundig zu Käufen genutzt. So erholte sich der Silberpreis nach seinem vermeintlichen „Crash“ auf 87 US-Dollar wieder und schloss die Handelswoche mit knapp 90 US-Dollar ab. Anders ausgedrückt: Hätte Silber am Freitag auf Tagestief geschlossen, wären die Sorgen deutlich größer. So aber stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass das Edelmetall in Kürze wieder neue Rekorde ins Auge fasst. Dass die Rallye bei Silber und auch Gold weiterhin intakt ist, verdeutlicht auch ein Blick auf die Produzentenaktien – die Kurse von Pan American Silver, Fresnillo oder Hecla Mining oder das Streaming-Unternehmen Wheaton Precious Metals zeigten sich vom Schwächeanfall der Edelmetalle gänzlich unbeeindruckt. Gleiches gilt für Goldproduzenten wie Barrick Mining oder Newmont.
Gründe für den (temporären) Rückgang des Silberpreises
Dass der Silberpreis am Freitag zurückging, hatte diverse Gründe. Keiner hat jedoch die Relevanz, das übergeordnet überaus bullische Bild einzutrüben. In den USA wurden frische Daten zur Industrieproduktion veröffentlicht, die besser ausfielen als erwartet. Bereits in den Vortagen überraschten US-Daten positiv. Hoffnungen hinsichtlich einer schnellen Zinssenkung durch die Fed bekamen einen Dämpfer; mehr aber auch nicht. Der US-Dollar und Anleiherenditen reagierten entsprechend. So präsentierte sich der US-Dollar-Index zuletzt etwas robuster, notiert aber noch immer unterhalb der wichtigen Marke von 100 Punkten. Die für die Betrachtung wichtigen 10-jährigen US-Staatsanleihen notieren mit knapp 4,2 Prozent noch immer auf einem moderaten Niveau.
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Fazit - Silber-Rallye auf dem Prüfstand
Mit fortschreitender Dauer der Aufwärtsbewegung steigt wenig überraschend auch das Korrekturrisiko. Ob des exponierten Preisniveaus muss verstärkt mit Rücksetzern gerechnet werden. Und diese könnte auch deutlich stärker ausfallen als am Freitag. Wichtig ist jedoch die Reaktion des Edelmetalls auf derartige Rücksetzer. Wird die Schwäche gekauft? Solange sich dieses Bild bietet, ist die Rallye intakt. Sollten die Käufe bei Schwäche ausbleiben, könnte es ungemütlich werden. Aus charttechnischer Sicht gilt unverändert – der Weg auf der Oberseite ist frei. Die erste relevante Unterstützung findet sich bei 70 US-Dollar. Die zentrale Unterstützung ist hingegen in den Bereich von 54,5 US-Dollar (ehemaliges Doppeltop) zu verorten. Erst ein Rücksetzer unter diese Marke würde das bullische Szenario ins Wanken bringen.
Die in der letzten Silber-Kommentierung an dieser Stelle aufgelisteten strukturellen Preistreiber sind unverändert intakt. Besonderen Stellenwert hat nach wie vor die Silbernachfrage aus dem Investmentbereich – Stichwort „Silber als sicherer Hafen“. Die Nachfrage kann ob der zahlreichen geopolitischen Brandherde jederzeit explodieren und so für den nächsten Preisschub bei Silber sorgen. Die Flucht in sicheren Anlagen könnte jedoch nicht nur durch die Geopolitik geschürt werden. Aktienindizes, wie Dax, Dow Jones Ind. oder aber Nasdaq 100 sind nicht so stabil, wie sie wirken.
Kurzum. Die ohne Zweifel vorhandenen Abwärtsrisiken lassen sich mit Absicherungsstrategien beherrschen. Die Chancen überwiegen. Es sollte nicht überraschen, wenn Silber noch im Januar die 100 US-Dollar überspringt. Und sollte diese psychologische eminent wichtige Marke fallen, könnte es gewaltig knallen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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