Neue Grönland-Zölle
Zollhammer aus Washington: EU will zurückschlagen – DAX startet tiefrot
Donald Trump verschärft den Handelskonflikt mit Europa drastisch. Neue Zölle sollen so lange steigen, bis die USA Grönland kaufen dürfen. In Europa wächst die Sorge vor einer Eskalation mit Folgen für NATO und Märkte.
- Trump erhöht Zölle auf Europa bis Grönland-Kauf.
- Europäische Märkte fallen, Gold und Silber steigen.
- Brüssel plant eigene Zölle und Krisengipfel.
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
US-Präsident Donald Trump verschärft den transatlantischen Handelskonflikt und schaltet im Streit um Grönland einen Gang hoch. Über seine Plattform Truth Social kündigte Trump am Wochenende an, die bereits bestehenden Zölle auf Importe aus mehreren europäischen Ländern deutlich auszuweiten – solange, bis die USA den Erwerb von Grönland abgeschlossen haben.
Betroffen sind unter anderem Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Finnland und Großbritannien. Ab dem 1. Februar sollen zusätzliche Importzölle von 10 Prozent greifen. Zum 1. Juni will Trump diese Abgaben auf 25 Prozent erhöhen. Die Maßnahme soll laut Trump erst enden, wenn es eine Einigung über den Kauf Grönlands gibt.
Die europäischen Märkte rutschen am Montagmorgen stark ins Minus. Der DAX notiert auf Tradegate rund 1,5 Prozent tiefer, ebenso der Euro-Stoxx 50. Unterdessen stiegen Gold und Silber auf neue Rekordhochs.
Brüssel plant unterdessen seine eigenen Zoll-Verschärfungen. Für Donnerstag ist ein Krisengipfel angesetzt. Diskutiert wird ein Zollpaket auf US-Importe im Umfang von 93 Milliarden Euro, das nach einer sechsmonatigen Aussetzung automatisch greifen könnte. Alternativ steht erstmals auch der Einsatz des sogenannten Anti-Coercion-Instruments im Raum, das den Zugang von US-Unternehmen zu öffentlichen Aufträgen oder Dienstleistungen beschränken würde.
Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners schreibt: "Es besteht das Potenzial für eine noch nie dagewesene Spirale aus Zöllen, Gegenzöllen und weiteren Maßnahmen. Anders als in früheren Verhandlungen wird die EU wohl diesmal nicht klein beigeben." Zwar sei der Höhenflug der vergangenen Tage damit erst einmal vorbei, doch es bestehe weiter die Chance für eine Lösung am Verhandlungstisch. "Die Börsianer haben sich in den vergangenen 12 Monaten ein Stück weit daran gewöhnt, dass Donald Trump Zölle zum politischen Verhandlungsmittel gemacht hat", so Altmann.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
