Zölle weg, Markt offen
Kanada macht die Tür auf – startet Tesla jetzt die Export-Offensive?
Kanada kippt die 100 Prozent Zölle auf China-Elektroautos und öffnet eine Import-Quote. Experten sehen Tesla im Vorteil. Doch eine Preis-Klausel kann den Plan ausbremsen. Parallel meldet Musk: Dojo3 lebt wieder.
- Kanada hebt Zölle auf China-Elektroautos auf.
- Tesla profitiert, hat Vertriebsnetz in Kanada.
- Musk kündigt Fortsetzung des Dojo3-Projekts an.
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Kanada hebt die 100 Prozent Zölle auf in China gebaute Elektrofahrzeuge auf. Experten sehen Tesla als einen der ersten Profiteure, weil der Konzern bereits 2023 damit begann, kanadaspezifische Fahrzeuge aus seinem Werk in Shanghai zu liefern und in Kanada ein Vertriebsnetz aufgebaut hat, berichtet Reuters.
Das am Freitag angekündigte Abkommen erlaubt Kanada, pro Jahr bis zu 49.000 Fahrzeuge aus China zu importieren. Der Zollsatz liegt bei 6,1 Prozent. Premierminister Mark Carney sagte, die Quote könne binnen fünf Jahren auf 70.000 Fahrzeuge steigen. Eine Klausel begrenzt jedoch den Einstieg: Die Hälfte der Quote ist für Fahrzeuge unter 35.000 kanadischen Dollar reserviert, umgerechnet 25.189 US-Dollar. Teslas Modelle liegen darüber.
Tesla hatte den Versand aus Shanghai 2024 gestoppt, nachdem Ottawa die 100 Prozent Zölle eingeführt hatte. Seitdem kommen Model Y aus Berlin nach Kanada. Reuters zufolge wird das günstigere Model 3 hingegen größtenteils in China gebaut. "Dieses neue Abkommen könnte eine recht schnelle Wiederaufnahme dieser Exporte ermöglichen", sagte Sam Fiorani von AutoForecast Solutions.
Zusätzlicher Vorteil aus Sicht der Experten
Tesla betreibt in Kanada 39 Filialen, während chinesische Marken wie BYD und Nio dort noch nicht vertreten sind. "Tesla hat in der Tat einen Vorteil", sagte Yale Zhang von AutoForesight, weil der Konzern mit wenigen Modellen flexibel zwischen Produktionsstandorten wechseln könne. Gleichzeitig könnten chinesische Hersteller vor allem im preisgünstigen Segment profitieren. "Die Nutznießer dürften chinesische Autohersteller und kanadische Kunden sein, die ein Einstiegsmodell suchen", sagte Fiorani.
Parallel kündigte Tesla-Chef Elon Musk an, die Arbeit am Dojo3-Projekt wieder aufzunehmen. "Jetzt, da das Design des AI5-Chips gut vorankommt, wird Tesla die Arbeit an Dojo3 wieder aufnehmen", schrieb er auf X. Musk erklärte zudem, der AI5-Chip sei "fast fertig", während AI6 noch am Anfang stehe.
Tesla will Samsung Electronics mit der Fertigung des AI6-Chips beauftragen. Grundlage ist ein Vertrag über 16,5 Milliarden US-Dollar, der im vergangenen Jahr bekannt gegeben wurde. Die AI5-Chips, hergestellt von der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, sollen laut Musks früheren Angaben 2027 in die Massenproduktion gehen und die heute verwendeten AI4-Chips ersetzen.
Tesla hatte das Dojo-Projekt im vergangenen Jahr abrupt gestoppt. Es sollte einen hauseigenen Supercomputer für künstliche Intelligenz liefern, um die Entwicklung autonomen Fahrens zu beschleunigen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

