30 Prozent Rallyepotenzial
Versteckter Milliardenwert: BYDs Batteriejuwel fast so wertvoll wie der Konzern
BYD überzeugt Bernstein dank eines unterschätzten Billionenmarkts: Batterien. Mit 47 Prozent Wachstum, neuen Modellen und möglicher Ford-Kooperation sehen die Analysten enormes Kurspotenzial.
- BYD-Batteriesparte hat enormes Wachstumspotenzial.
- Bernstein sieht Wert der Batterien bei 110 Mrd. USD.
- Ford prüft Kauf von BYD-Batterien für Hybridmodelle.
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Der chinesische Elektroauto-Hersteller BYD bleibt für Bernstein ein klarer Kauf – vor allem wegen seines Batteriegeschäfts, das die Analysten vom Markt massiv unterschätzt sehen. Bernstein bestätigte seine Outperform-Bewertung und betonte, dass BYD gemessen an den in Elektrofahrzeugen verbauten Batterien inzwischen der zweitgrößte Batterieproduzent der Welt ist. An der Spitze liegt weiterhin der chinesische Marktführer CATL, während BYD laut Bernstein bereits rund 70 Prozent mehr Batterien ausliefert als der drittplatzierte Anbieter LG Energy Solution.
Die Bewertung des Konzerns spiegele dieses Potenzial jedoch nicht wider. "Unsere Analyse zeigt, dass allein das Batteriesegment fast so viel wert ist wie die gesamte Marktbewertung des Unternehmens", heißt es in dem Bericht. Bernstein taxiert den Wert der Batteriesparte auf 110 Milliarden US-Dollar, während BYD insgesamt bei rund 115 Milliarden US-Dollar liegt – und damit gut doppelt so hoch wie Ford.
BYD hat seine Wurzeln im Batteriegeschäft. Das Unternehmen begann in den 1990er-Jahren mit Handyakkus und stieg später in die Autoindustrie ein. Die sicherheitsorientierte Blade-Batterie, die 2020 debütierte, wurde zum technologischen Sprungbrett und trug dazu bei, dass BYD im letzten Jahr Tesla bei den globalen EV-Verkäufen überholte.
2025 stellte BYD das auf Blade-Technik basierende Energiespeichersystem "Haohan" vor, das laut Bernstein günstiger herzustellen ist als Konkurrenzlösungen. Die Batteriesparte expandiert stark: Die Lieferungen an Energiespeichersysteme haben sich 2025 mehr als verdoppelt, jene an Fahrzeughersteller wie Xiaomi, XPeng und Toyota fast verdreifacht. Insgesamt stiegen die Batterielieferungen um 47 Prozent, für dieses Jahr erwartet Bernstein +35 Prozent.
Etwas mehr als die Hälfte aller BYD-Batterien fließt in die eigenen Fahrzeuge und senkt damit die Kostenbasis. Externe Abnehmer machten über 10 Prozent des Umsatzes aus und könnten 2026 auf über 15 Prozent steigen. Xiaomi und XPeng stehen jeweils für 25 Prozent der externen EV-Batterielieferungen.
Hinzu kommt Bewegung auf internationaler Ebene: Das Wall Street Journal berichtete Ende letzter Woche, dass Ford Gespräche über den Kauf von BYD-Batterien für Hybridmodelle führe. Ford kommentierte dies nicht konkret: "Wir sprechen mit vielen Unternehmen über viele Dinge. Wir äußern uns nicht zu Gerüchten und Spekulationen über unser Geschäft."
Bernstein erwartet 2026 ein Wachstum der BYD-Inlandsverkäufe um 10 Prozent auf 5,4 Millionen Fahrzeuge, die Exporte sollen um 4,4 Prozent auf 1,5 Millionen Einheiten steigen. Der chinesische Automobilverband rechnet branchenweit lediglich mit 1 Prozent Marktplus, allerdings mit 15,2 Prozent Wachstum bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.
Bernstein setzt ein Kursziel von 130 HK-Dollar – rund 30 Prozent über dem letzten Schlusskurs. Die Analysten erwarten kurzfristige Impulse durch neue Batterietechnologien, BEV-Upgrades und mindestens zehn neue BYD-Modelle, die 2026 auf den Markt kommen sollen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

