Ölwende
Weil Russlands Öl ausfällt: Diese Raffinerie sucht Ersatz – in Venezuela?
Mangalore Refinery & Petrochemicals stellt Russland-Importe ein und sucht nach Ersatz, womit Venezuela in den Fokus rückt. Die 500.000-Barrel-Raffinerie setzt auf Exportmargen und will im Tankstellen-Geschäft wachsen.
- MRPL stoppt russisches Öl, prüft venezolanische Importe.
- Fokus auf Exportmargen und Tankstellennetz-Ausbau.
- Weitere indische Raffinerien erwägen ebenfalls Venezuela.
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Mangalore Refinery & Petrochemicals (MRPL) prüft den Kauf von venezolanischem Öl, da sie die Einfuhr von russischem Öl aufgrund westlicher Sanktionen einstellt, wie Finanzchef Devendra Kumar am Montag mitteilte. Der staatliche Raffineriebetreiber, der im südlichen Bundesstaat Karnataka eine Raffinerie mit einer Kapazität von 500.000 Barrel pro Tag betreibt, exportiert etwa 40 Prozent seiner raffinierten Kraftstoffproduktion.
In einer Telefonkonferenz mit Analysten teilte Kumar mit: "Wir halten uns strikt an alle geltenden Sanktionen und derzeit wird kein russisches Rohöl importiert." Die USA verhängten im Oktober Sanktionen gegen Russlands zwei größte Ölproduzenten – Rosneft und Lukoil – und gaben den Unternehmen eine Frist bis zum 21. November, um ihre Geschäftsbeziehungen mit ihnen abzuwickeln.
Die EU erklärte derweil, dass sie ab dem 21. Januar keinen Kraftstoff mehr von Raffinerien abnehmen werde, die 60 Tage vor dem Datum des Konnossements russisches Öl erhalten oder verarbeitet haben. Kumar ergänzte: "Kurzfristig erwarten wir keine Beeinträchtigungen unserer Exporte von fertigen Produkten." Kumar sagte, höhere Margen bei den Exporten raffinierter Kraftstoffe würden den Verlust an russischem Öl ausgleichen.
Die Raffinerie deckt etwa 40 Prozent ihres Rohölbedarfs durch Käufe im Nahen Osten, zusätzlich zum Bezug auf Spotmärkten und der Verarbeitung von heimischem Öl. Kumar sagte, das Unternehmen ziehe den Kauf von venezolanischem Öl aktiv in Betracht, sofern die kommerziellen Bedingungen, einschließlich der Frachtraten, günstig seien.
Die indischen Raffineriebetreiber Reliance Industries, Indian Oil Corp und Hindustan Petroleum erwägen ebenfalls den Kauf von venezolanischem Öl. Um seine Gewinne zu steigern, hat MRPL seinen Fokus auf den direkten Einzelhandelsverkauf verlagert, anstatt raffinierte Kraftstoffe an andere Raffinerien zu verkaufen. Das Unternehmen plant, sein Tankstellennetz innerhalb von drei Jahren von 200 auf 500 Verkaufsstellen auszubauen und strebt an, innerhalb von fünf Jahren 1000 Tankstellen zu betreiben, fügte er hinzu.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
