Bitcoin nicht mehr sicher?
BTC-Halter aufgepasst: Jefferies streicht komplette Position wegen Quantenangst
Jefferies-Stratege Christopher Wood wirft Bitcoin aus seinem Portfolio – aus Angst, dass Quantencomputer schon bald die Sicherheitsarchitektur des Tokens knacken.
- Wood streicht Bitcoin aus Portfolio wegen Quantenangst.
- Quantencomputer könnten Bitcoins Sicherheit gefährden.
- Investoren sollten bis 2030 stärkere Verschlüsselung erwarten.
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Christopher Wood, globaler Leiter der Aktienstrategie bei Jefferies, hat Bitcoin aus seinem Modellportfolio gestrichen – eine Entscheidung, die er mit einer neuen Sorge begründet: dem raschen Fortschritt im Quantencomputing. Wood strich eine 10-prozentige Bitcoin-Allokation und warnte, dass Quantencomputer das Sicherheitsfundament der Kryptowährung untergraben könnten. "Fortschritte in diesem Bereich würden das Argument schwächen, dass Bitcoin ein zuverlässiger Wertspeicher ist", zitiert Bloomberg ihn aus seinem Newsletter "Greed & Fear". Das gelte besonders für langfristig orientierte institutionelle Anleger wie Pensionsfonds, die auf planbare Wertspeicherung angewiesen sind.
Woods Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem in der Community selbst Zweifel wachsen, dass Quantencomputer "möglicherweise schon in wenigen Jahren statt in einem Jahrzehnt" verfügbar sein könnten. Bitcoin basiert auf Kryptografie, die bislang als praktisch unknackbar gilt. Quantenmaschinen könnten jedoch private Schlüssel aus öffentlichen ableiten – ein potenzieller Angriffspunkt, der sowohl Wallets als auch den Mining-Prozess betrifft. "Jede Bedrohung für dieses System ist potenziell existenziell", so Wood.
Auch außerhalb der Finanzwelt gibt es zunehmend ähnliche Einschätzungen. Théau Peronnin, CEO des Quanten-Start-ups Alice & Bob und Technologiepartner von Nvidia, sagte auf dem Web Summit im November, Quantencomputer könnten "kurz nach 2030" stark genug sein, um Bitcoins Sicherheitsmechanismen zu brechen. Noch sei das keine akute Gefahr, "aber sie ist auf dem besten Weg". Bitcoin müsse spätestens bis 2030 eine deutlich stärkere Verschlüsselung einführen. "Sie sollten noch ein paar gute Jahre vor sich haben, aber ich würde meine Bitcoins nicht behalten", sagte Peronnin. Sein Unternehmen arbeitet mit Nvidia an „Graphene“, einem Quantencomputer, der ab 2030 klassische Supercomputer übertreffen soll.
Wood, einer der frühesten institutionellen Bitcoin-Befürworter, hatte die Kryptowährung 2020 wegen Inflations- und Dollar-Sorgen ins Portfolio aufgenommen und später auf 10 Prozent erhöht. Nun ersetzt er die Position durch jeweils 5 Prozent physisches Gold und Goldminenaktien – klassische Wertspeicher, die nicht von digitaler Kryptografie abhängen.
Mit der wachsenden Debatte über die Verwundbarkeit kryptografischer Systeme zeigt Woods Schritt, dass Quantencomputing erstmals im Mainstream-Investmentprozess angekommen ist – und dass Bitcoin vor der größten technologischen Herausforderung seiner Geschichte stehen könnte.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

