UBS sieht Durchbrüche
Quantenrennen entfacht: Diese Aktien könnten das nächste Tech-Kapitel schreiben
Die UBS sieht echte Fortschritte im Quantencomputing. Große Tech-Konzerne und riskante Pure Player kämpfen um die Führung. Anleger blicken auf die 2030er.
- UBS sieht Fortschritte im Quantencomputing.
- Markt noch fragmentiert, großes Potenzial in KI.
- Architektur entscheidet über zukünftige Marktführer.
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Während Tech-Aktien von sehr hohen Bewertungen profitieren, sieht die UBS jetzt den richtigen Zeitpunkt gekommen, sich mit möglichen Umwälzungen im Sektor zu befassen. Wie CNBC berichtete, biete Quantencomputing laut den von Madeleine Jenkins geführten Analysten ein "außergewöhnliches Potenzial". Zwar sei der Markt noch fragmentiert und technologisch unreif, doch die größten Effekte erwartet die Bank bei Molekülsimulation, Optimierung und Künstlicher Intelligenz sowie in der Kryptografie.
"Angesichts der Rekordbewertungen von Technologieunternehmen ist es unserer Meinung nach jetzt an der Zeit, sich über mögliche disruptive Kräfte zu informieren", schreiben die Analysten in dem Bericht und fügen hinzu:
"Obwohl die Fortschritte langsam waren und es viele Herausforderungen gab, sehen wir nun erste bedeutende Durchbrüche im Bereich der Quantenphysik."
Durch die Nutzung der Eigenschaften kleinster Teilchen verspreche die Technologie eine Rechenleistung, die klassische Systeme deutlich übertreffe und das zu einem Bruchteil der heutigen Kosten. Die UBS erwartet, dass Quantencomputer bereits in den 2030er-Jahren klassische Rechner klar übertreffen könnten. Für die dafür nötige Rechenleistung benötige man 10²¹ Grafikprozessoren, deren Bau nur einige zehn Millionen kosten würden.
Architektur entscheidet über Marktführer
Welche Unternehmen sich durchsetzen, hängt laut der UBS vor allem davon ab, welche Art von Qubit, der Basiseinheit der Quanteninformation, sich technologisch bewährt, da es mehrere konkurrierende Ansätze gibt. Am weitesten entwickelt seien derzeit supraleitende Qubits und Ionenfallen, was den Kreis der potenziellen Marktführer deutlich einschränke. Alphabet und IBM setzten auf supraleitende Qubits, während Microsoft und Amazon über ihre Cloud-Plattformen gemischte Modalitäten anbieten, schreibt Jenkins.
Als börsennotierte Pure Player nennt die UBS IonQ, D-Wave Quantum und Rigetti Computing, die vollständig auf Quantenhardware und zugehörige Systeme fokussiert sind. Google, das zu Alphabet gehört, gelte als Pionier bei Software und Fehlerkorrektur, insbesondere nach den Fortschritten mit dem im Dezember 2024 vorgestellten Chip Willow, der Fehler durch den Einsatz zusätzlicher Qubits exponentiell reduzieren konnte. Zudem habe Willow eine Standard-Benchmark-Rechnung in unter 5 Minuten erledigt, für die einer der schnellsten Supercomputer der Gegenwart rund 10 Septillionen Jahre benötigen würde, heißt es in dem Bericht.
Große Plattformen gegen volatile Spezialisten
Microsoft verfolgt parallel eine Doppelstrategie, indem der Konzern sowohl mit kleineren Hardware-Anbietern wie IonQ kooperiert als auch an einer neuen topologischen Architektur forscht, die stabilere und schnellere Qubits ermöglichen soll, während Amazon ebenfalls mehrere technologische Wege über die Cloud offenhält. Die UBS stuft sowohl Microsoft als auch Amazon mit Kaufen ein, während Alphabet mit Neutral bewertet wird, denn: "Der Erfolg wird davon abhängen, welche Architektur sich durchsetzen wird".
Deutlich riskanter bleiben die kleineren Quantenunternehmen, deren Aktien im vergangenen Jahr starke Kursausschläge gezeigt haben. IonQ, mit einer Marktbewertung von mehr als 17 Milliarden US-Dollar der größte der drei Pure Player, legte in den vergangenen 12 Monaten um 72 Prozent zu, fiel jedoch seit Mitte Oktober um 34 Prozent, was die hohe Unsicherheit widerspiegelt. Mit einem bereinigten Beta von 2,37 schwankt die Aktie laut FactSet mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
