Starker Jahresauftakt
Bayer-Aktie nach Verdopplung: Was ist jetzt noch holen?
Bayer trotzt zum Wochenauftakt nach positiven News dem Abverkauf am Gesamtmarkt. Was haben die Anteile nach mehr als +100 Prozent noch zu bieten?
- Bayer-Aktie über 100% gestiegen, positive Trends sichtbar.
- US-Gerichtshof könnte Klagefälle um "Roundup" klären.
- Aktie überkauft, Rücksetzer und Konsolidierung möglich.
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Willkommen zum Smartbroker+ Chart der Woche – Bayer
Die von vielen Anlegerinnen und Anlegern gegenüber dem Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer seit Langem gehegten Turnaround-Hoffnungen könnten sich endlich erfüllen. Gegenüber den Mehrjahrestiefs zum Jahreswechsel 2024/25 hat sich die Aktie inzwischen mehr als verdoppeln können. Verglichen mit dem 19. Januar 2025 beträgt das Kursplus (unter Berücksichtigung beträchtlicher Kursschwankungen) rund 111 Prozent.
Auch zum Wochenauftakt präsentierten sich die Anteile mit einem Plus von zeitweise 8 Prozent in einer starken Verfassung. Damit entzieht sich Bayer dem marktbreiten Abverkauf, nachdem US-Präsident Donald Trump in der Grönland-Frage den Zollhammer geschwungen hat. Grund für das starke Kaufinteresse könnte die Zusage des obersten US-Gerichtshofs sein, sich den noch offenen Klagefällen rund um den Unkrautvernichter „Roundup“ anzunehmen.
Damit könnten mittelfristig sämtliche juristische Unsicherheiten abgeräumt und ein Schlussstrich unter die Monsanto-Übernahme gezogen werden, womit sich der Fokus wieder stärker auf das operative Geschäft richten könnte. Hier allerdings gibt es neben Licht auch Schatten. Darüber hinaus ist die Aktie kurz- und mittelfristig zunehmend überkauft. Wie die Chancen von Bayer stehen, auch 2026 überdurchschnittlich gut zu performen.
Bayer Chartsignale
- Starker Aufwärtstrend: Die Bayer-Aktie handelt nach wiederholten Trendverschärfungen in einer hochdynamischen Aufwärtsbewegung.
- Trendlinie voraus: Das Papier steht unmittelbar vor dem Erreichen einer wichtigen Abwärtstrendlinie. Deren Überwinden könnteneue Kaufsignale bedeuten.
- Aktie überkauft: Im Tages- und Wochenchart notiert die Aktie zunehmend im überkauften Bereich. Das erhöht die Gefahr von Rücksetzern.
- Geduld gefragt: Nach der zuletzt starken Performance könnte Bayer zunächst in eine ausgedehnte Seitwärtskonsolidierung übergehen.
Quelle: Eigene Darstellung, abgebildeter Zeitraum: 19.01.2021 bis 19.01.2026
Was ist bei Bayer jetzt noch zu holen?
Ungeachtet ihrer im letzten Jahr starken Vorstellung ist die Bayer-Aktie von ihren alten Allzeithochs bei knapp 150 Euro weit entfernt. Ein Boden dürfte nach der jahrelangen Talfahrt allerdings gefunden sein, nachdem es Ende 2024 sowie im April 2025 zu Käuferkapitulationen gekommen war. Das kann langfristig eine verbesserte Ausgangslage bedeuten.
In den vergangenen Monaten profitierten die Anteile von einer Reihe von Trendverschärfungen. Hierfür waren vor allem zwei Dinge vorentscheidend: Das Überwinden der 30-Euro-Marke sowie ein Golden Cross der gleitenden Durchschnitte und damit ein starkes, prozyklisches Kaufsignal.
Handelte die Aktie lange in einem Aufwärtstrendkanal mit einer Breite von etwa 7 Euro, konnte sie diesen in den letzten Wochen des alten Börsenjahres nach oben verlassen. Damit gelang schließlich auch der Sprung über 40 Euro sowie das Schließen einer mehr als zwei Jahre alten Kurslücke. Nun rückt eine wichtige Abwärtstrendlinie ins Visier der Bullen.
Aktie stark, aber zunehmend überkauft
Gelingt der Sprung über die Abwärtstrendlinie, die sich in ihrer Verlängerung sogar bis zum Allzeithoch erstreckt, könnte der langfristige Abwärtstrend der Aktie endgültig Geschichte sein. Dieser Fortschritt würde mit einem Überwinden des bei 50 Euro liegenden Widerstandsbereiches zementiert werden. Kommt es jedoch zum Abpraller, dürfte die Konsolidierung trotz oder gerade wegen der zuletzt steilen Aufwärtsbewegung in die Verlängerung gehen.
Für dieses Szenario spricht, dass die Aktie kurz- und mittelfristig zunehmend überkauft ist. Der Relative-Stärke-Index (RSI), welcher gemeinsam mit dem Trendstärkeindikator MACD die Erholung der Aktie begleitet und damit bestätigt hat, notiert inzwischen bei 79 Punkten und damit auf dem höchsten Niveau seit März 2022. Auf Wochenbasis ermittelt liegt der RSI mit 80,5 Zählern ebenfalls im überkauften Bereich. Das macht die Aktie anfällig für Rückschläge.
Aus technischer Perspektive wäre ein Retest des Ausbruchs über 40 Euro sowie aus dem Aufwärtstrendkanal nicht überraschend. Im Falle einer Verschlechterung des Gesamtmarktumfeldes könnte außerdem die 200-Tage-Linie und damit die Unterkante des das vergangene Jahr bestimmenden Trendkanals erneut angelaufen werden. Für Long-Einstiege erscheint das aktuelle Kursniveau daher nicht mehr interessant.
Bewertung im Branchenvergleich wenig attraktiv
Auch aus fundamentaler Perspektive ist zunehmend Vorsicht geboten. Für 2026 sind die Leverkusener bereits mit dem 16,9-Fachen ihrer erwarteten Gewinne bewertet. Das liegt nur knapp unter dem Kurs-Gewinn-Verhältnis von Novo Nordisk (17,2), das aber gleichzeitig als deutlich wachstumsstärker einzuschätzen ist.
Gegenüber dem Branchendurchschnitt von 19,7 bietet Bayer zwar noch Bewertungsvorteile, allerdings gibt es Mitbewerber wie Amgen, Merck oder Pfizer – die gleichzeitig die höheren Dividendenrenditen bieten –zu noch günstigeren Vielfachen. Das lässt die Frage, warum man ausgerechnet bei Bayer investiert sein sollte, noch dringender erscheinen.
Dazu kommt, dass die Erlöse des einstigen Vorzeigekonzerns gegen den Branchentrend sinken. Zwar konnte Bayer zuletzt mit einigen Studienerfolgen auf sich aufmerksam machen, darunter der Blutgerinnungshemmer Asundexian, dessen Zulassung nun in Arbeit ist, die Geschäftszahlen in den vergangenen drei Jahren waren aber rückläufig. Das lässt Bayer auch bei wachstumsbezogenen Kennziffern schwach abschneiden, was die Aufwärtschancen vom aktuellen Kursniveau aus minimiert.
Experten sehen die Rallye als gelaufen an
Auch Analystinnen und Analysten trauen der Aktie zunehmend weniger zu. Zwar dominieren bei insgesamt 20 vorliegenden Empfehlungen die optimistischen Einschätzungen mit 12 Mal „Kaufen“, denen 8 neutrale Bewertungen gegenüber stehen.
Über das mittlere Kursziel von 36,83 Euro ist die Aktie inzwischen aber weit hinausgeschossen. Die implizite Downside liegt damit – sollte es nicht in den kommenden Tagen zu Kurszielanhebungen kommen – bei rund 17 Prozent, was einem Zurücksetzen an die rasch nachrückende 50-Tage-Linie entsprechen würde. Das gegenwärtig höchste Kursziel liegt bei 54 Euro, dem ein Bear-Case von 23 Euro gegenübersteht.
Bayer auf einen Blick
- ISIN: DE000BAY0017
- Börsenwert: 40,8 Milliarden Euro
- Dividendenrendite: 1,4 Prozent
- KGVe 2026: 16,9
- Durchschnittliche Analystenempfehlung: Übergewichten
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
Disclaimer: Ausdrücklich weist die Smartbroker AG darauf hin, dass ein Investment in Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente im Sinne des WpHG grundsätzlich mit erheblichen Chancen und Risiken (Preis-, Markt-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken) verbunden ist und ein Totalverlust des investierten Kapitals nicht ausgeschlossen werden kann. Die Smartbroker AG empfiehlt deshalb jedem Leser sich vor einer Anlageentscheidung intensiv mit den Chancen und allen Risiken auseinander zu setzen und sich umfassend zu informieren. Sämtliche verwendeten Wertentwicklungsangaben, sei es für die Vergangenheit oder im Sinne einer Prognose bzw. Einschätzung sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse bzw. Wertentwicklungen. Die hier angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Alle Informationen sind sorgfältig zusammengetragen, haben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind unverbindlich sowie ohne Gewähr. Des Weiteren dient die Bereitstellung der Information nicht als Rechtsberatung, Steuerberatung oder wertpapierbezogene Beratung und ersetzt diese nicht. Eine an den persönlichen Verhältnissen des Kunden ausgerichtete Anlageempfehlung, insbesondere in der Form einer individuellen Anlageberatung, der individuellen steuerlichen Situation und unter Einbeziehung allgemeiner sowie objektspezifischer Grundlagen, Chancen und Risiken, erfolgt ausdrücklich nicht.
Bei den vorliegend dargestellten Informationen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Finanzanalyse genügt bzw. nicht in Einklang mit Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt wurde und auch keinem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen unterliegt.
Sämtliche verwendeten Wertentwicklungsangaben, sei es für die Vergangenheit oder im Sinne einer Simulation oder Prognose bzw. Einschätzung sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse bzw. Wertentwicklungen.
Die angebotenen Beiträge stellen weder ein Angebot noch eine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten irgendeiner Finanzanlage dar, weil sie die persönlichen Verhältnisse des Kunden nicht berücksichtigen. Sie dienen lediglich Ihrer Information und der Unterstützung Ihrer selbständigen Anlageentscheidung.
Alle Informationen sind sorgfältig zusammengetragen, haben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind unverbindlich sowie ohne Gewähr. Des Weiteren dient die Bereitstellung der Information nicht als Rechtsberatung, Steuerberatung oder wertpapierbezogene Beratung und ersetzt diese nicht. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des Anlegers ab und kann künftig Änderungen unterworfen sein.
Ein Investment in Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente im Sinne des WpHG ist grundsätzlich mit erheblichen Chancen und Risiken (Preis-, Markt-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken) verbunden und ein Totalverlust des investierten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Die Smartbroker AG empfiehlt deshalb jedem Anleger sich vor einer Anlageentscheidung intensiv mit den Chancen und allen Risiken auseinander zu setzen und sich umfassend zu informieren.


