Zollkeule gegen Macron
Trump droht Frankreich mit 200% Zöllen auf Wein und Champagner
Trump verschärft den Ton gegenüber Frankreich und droht mit hohen Zöllen auf Wein und Champagner, nachdem Macron sein neues Friedensgremium zurückgewiesen hat.
- Trump droht mit 200% Zöllen auf französische Weine.
- Macron lehnt Trumps Friedensgremium ab, Konflikt bleibt.
- Handelsdruck könnte US-Importeure und Verbraucher treffen.
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US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton gegenüber Frankreich und bringt massive Strafzölle auf französische Weine und Champagner ins Spiel. Auslöser ist die Weigerung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, sich an Trumps umstrittener Initiative eines internationalen "Board of Peace" zu beteiligen. Mit der Drohung eines Zollsatzes von 200 Prozent setzt Trump offen handelspolitischen Druck ein, um politische Unterstützung zu erzwingen.
"Ich werde 200 Prozent Zoll auf seine Weine und Champagner erheben, dann wird er schon beitreten", sagte Trump am Montag vor Journalisten, nachdem bekannt geworden war, dass Macron die Einladung ablehnen will. Zugleich stellte der US-Präsident die politische Zukunft des französischen Staatschefs infrage und erklärte, niemand wolle ihn ohnehin, da er "sehr bald aus dem Amt sein werde".
Macrons zweite Amtszeit endet regulär im Jahr 2027. Ein vorzeitiger Rücktritt steht nach Angaben aus dem Élysée-Palast nicht zur Debatte.
Politisches Druckmittel Handel
Die jüngste Drohung reiht sich ein in eine Serie von Ankündigungen, mit denen Trump Handelsinstrumente als geopolitisches Druckmittel nutzt. Besonders die französische Wein- und Spirituosenbranche würde ein solcher Schritt empfindlich treffen. Die USA zählen zu den wichtigsten Absatzmärkten für Champagner und hochwertige Weine aus Frankreich. Branchenvertreter warnen, dass ein Zollsatz dieser Größenordnung Exporte faktisch zum Erliegen bringen könnte.
Ökonomen verweisen darauf, dass ein derartiger Schritt auch US-Importeure und Konsumenten belasten würde. Bereits frühere Zollrunden auf europäische Produkte hatten zu höheren Preisen und juristischen Auseinandersetzungen vor der Welthandelsorganisation geführt.
Streit um Mandat und UN-Rolle
Hinter dem Konflikt steht Trumps Plan, ein internationales "Board of Peace" zu etablieren. Ursprünglich als Instrument zur Überwachung einer Waffenruhe im Gaza-Konflikt vorgestellt, geht der Entwurf inzwischen deutlich weiter. Nach einem internen Charter-Dokument soll das Gremium weltweit in Konflikte eingreifen können. Trump würde als erster Vorsitzender fungieren und maßgeblichen Einfluss auf die Aufnahme neuer Mitglieder erhalten.
Staaten, die einen dauerhaften Sitz anstreben, sollen nach US-Vorstellungen mindestens eine Milliarde US-Dollar beisteuern. Genau diese Konstruktion stößt in Paris auf Widerstand. Macron und sein Umfeld sehen darin eine Abkehr von den Prinzipien und institutionellen Strukturen der Vereinten Nationen, die Frankreich als unverhandelbar betrachtet. Aus französischer Sicht droht eine Parallelarchitektur zur UNO, deren Autorität geschwächt werden könnte.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
