Trump, Zölle, Grönland
Gold auf Allzeithoch: Folgt mit Europas Antwort der nächste Sprung?
Trumps Grönland-Plan und Zoll-Drohungen jagen Anleger in sichere Häfen. Europa ringt um Antworten. Und darüber hinaus droht in den USA der nächste Fed-Knall.
- Trumps Grönland-Plan verunsichert Märkte, Anleger fliehen.
- Gold und Silber erreichen historische Höchststände.
- US-Geldpolitik sorgt für zusätzliche Spannungen und Unsicherheit.
- Report: Favoritenwechsel
Gold hat erstmals die Marke von 4.700 US-Dollar je Unze überschritten und ein neues Rekordhoch erreicht.
Auch Silber markierte zwischenzeitlich einen historischen Höchststand. Auslöser sind wachsende geopolitische Spannungen rund um US-Präsident Donald Trumps Bestrebungen, Grönland unter Kontrolle der USA zu bringen.
An den Märkten richtet sich der Blick jetzt auf Europas Reaktion. Trump drohte mit Zöllen gegen acht europäische Länder, die sich seinen Grönland-Plänen widersetzen. Investoren verfolgen zudem das Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort kündigte Trump Treffen mit mehreren Parteien an, um seinen Kurs gegenüber dem dänischen Territorium voranzutreiben.
Die Drohung gegenüber Verbündeten aus dem Nordatlantikpakt verunsicherte die Märkte. Die Nachfrage nach sicheren Häfen stieg. Auch der "Sell-America"-Trade flammte wieder auf. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will laut Bloomberg die Aktivierung des Anti-Zwangs-Instruments der Europäischen Union beantragen. Bundeskanzler Friedrich Merz versuche hingegen, ihn zu einer moderateren Reaktion zu bewegen.
Peter Kinsella, globaler Leiter der Devisenstrategie bei Union Bancaire Privee, sagte im Interview mit Bloomberg:
"Wir sind in eine Ära des Ressourcen-Nationalismus zwischen den Großmächten eingetreten."
Ole Hansen, Stratege bei der Saxo Bank, sieht zusätzlichen Rückenwind. "Die Grönland-Episode hat einem seit Monaten anhaltenden Aufschwung neuen Auftrieb gegeben", erklärte er in einer Mitteilung. Er verweist auf ein Umfeld, das für Anleger "zunehmend unangenehm" werde, wenn sie sich nur auf Finanzanlagen verlassen.
Zusätzliche Spannung bringt die US-Geldpolitik
Anleger schauen auf eine Anhörung vor dem Obersten Gericht der USA am Mittwoch. Im Fokus steht Trumps Versuch, die Gouverneurin der US-Notenbank Federal Reserve, Lisa Cook, zu entlassen. Das gilt als wichtiger Test für die Unabhängigkeit der Zentralbank.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
