Amerikas Schuldenlawine
38.000.000.000.000 US-Dollar Schulden sprengen den American Dream
Amerikas Schulden explodieren auf 38 Billionen US-Dollar – und laut Ökonom Kurt Couchman droht die Last bereits heute Chancen zu zerstören. Kippt das Vertrauen, drohen Rezession oder sogar Depression.
- US-Staatsverschuldung bei 38,5 Billionen Dollar.
- Drohende Rezession durch sinkendes Vertrauen möglich.
- Transparenz im Haushalt als Lösung vorgeschlagen.
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Die stark gestiegene US-Staatsverschuldung von inzwischen rund 38,5 Billionen US-Dollar bedroht nach Einschätzung des Ökonomen Kurt Couchman bereits heute den amerikanischen Traum – und könnte im Extremfall in eine schwere wirtschaftliche Depression münden. Couchman, Senior Fellow für Finanzpolitik beim Thinktank Americans for Prosperity, warnte in einer Anhörung vor dem US-Kongress, dass "die wachsende Verschuldung das Risiko einer Abrechnung auf dem Anleihemarkt mit potenziell schwerwiegenden Folgen für die amerikanische Bevölkerung birgt". Es stehe auf dem Spiel, ob die Grundlagen von "Frieden, Freiheit und Wohlstand" erhalten blieben oder ob die Zukunft von wirtschaftlichem Niedergang geprägt werde.
Viele der aktuellen Belastungen – von der Wohnkostenkrise über steigende Ausgaben für Ruhestand, Kindererziehung und Mobilität bis hin zur anhaltenden Inflation – führt Couchman letztlich auf die exzessive Verschuldung zurück. Die massive Ausweitung der Geldmenge zu Beginn der Pandemie habe die Preissteigerungen ausgelöst, während die steigenden Zinskosten inzwischen das Wachstum dämpften. Allein im vierten Quartal 2025 zahlte die US-Regierung 276 Milliarden US-Dollar an Zinsen. Laut Couchman warnen inzwischen auch das Congressional Budget Office, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds, dass eine zu hohe Schuldenquote das Wirtschaftswachstum dauerhaft bremst. "Die vorhandenen Möglichkeiten sind nicht so lukrativ. Die Produktivität wird gedämpft", zitiert Fortune den Ökonom.
Besonders gefährlich wäre eine Schuldenkrise, in der die USA keine ausreichenden Käufer mehr für ihre Staatsanleihen finden. In diesem Fall müssten Ausgaben drastisch gekürzt, deutlich höhere Zinsen akzeptiert oder neues Geld geschaffen werden – mit der Gefahr hoher Inflation. Dann drohe "eine Rezession, wenn nicht sogar eine schwere Rezession oder vielleicht sogar eine Depression", warnte Couchman. Auch politische Instabilität könne die Folge sein, wenn wirtschaftlicher Druck die Gesellschaft polarisiere.
Ähnlich kritisch äußerte sich zuletzt BlackRock-Chef Larry Fink. In einem CNBC-Interview warnte er, dass die Märkte sich zu stark auf die Geldpolitik konzentrierten, während die fiskalischen Risiken unterschätzt würden. Die eigentliche Gefahr gehe von explodierenden Zinskosten und rekordhohen Defiziten aus. Sollte das Vertrauen internationaler Investoren in US-Staatsanleihen kippen, könnten die Finanzierungskosten "sehr schnell und sehr stark" steigen – mit unmittelbaren Folgen für Aktien, Anleihen und den Immobilienmarkt.
Eine einfache Lösung sieht Couchman nicht. Ausgabenkürzungen oder strikte Haushaltsregeln seien politisch unpopulär. Sein zentraler Vorschlag lautet Transparenz: ein vollständiger, verständlicher Haushalt, der alle Einnahmen und Ausgaben offenlegt. Nur so könne der Kongress echte Prioritäten setzen, Vertrauen zurückgewinnen und verhindern, dass die Schuldenlast den amerikanischen Traum weiter aushöhlt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
