Pharma-Übernahme
Ein Medikament, ein Deal: Diese Aktie schießt um mehr als 60% in die Höhe!
GSK übernimmt Rapt Therapeutics für 2,2 Milliarden US-Dollar. Im Fokus steht ein Antikörper gegen Nahrungsmittelallergien mit langer Wirkdauer.
- GSK übernimmt Rapt Therapeutics für 2,2 Mrd. USD.
- Fokus auf Antikörper gegen Nahrungsmittelallergien.
- Ozureprubart bietet langfristigen Schutz, weniger Injektionen.
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Der britische Pharmariese GSK gab offiziell die Übernahme von Rapt Therapeutics bekannt. Der Deal bewertet das US-Biotech-Unternehmen mit 2,2 Milliarden US-Dollar. GSK will damit seine Pipeline im Bereich entzündlicher und immunologischer Erkrankungen stärken, wie Seeking Alpha berichtete.
An der Börse kam die Nachricht gut an. Die Aktie von Rapt Therapeutics sprang am Dienstag im vorbörslichen Handel um 63,53 Prozent nach oben (Stand 11:00 Uhr MEZ).
Der Markt preist damit den gebotenen Übernahmepreis und die verbesserte Planungssicherheit für das Entwicklungsprogramm ein. Für GSK ist der Deal ein klarer Wetteinsatz auf einen Wirkstoff, der bei Erfolg einen großen und bislang nur begrenzt versorgten Markt adressieren könnte.
58 US-Dollar je Aktie
GSK zahlt den Aktionären von Rapt Therapeutics 58,00 US-Dollar je Aktie in bar. Daraus ergibt sich ein geschätzter Eigenkapitalwert von 2,2 Milliarden US-Dollar. Nach Abzug der übernommenen Barmittel liegt die anfängliche Investition bei rund 1,9 Milliarden US-Dollar. Eine GSK-Tochter soll innerhalb von 10 Geschäftstagen nach Vertragsunterzeichnung ein offizielles Kaufangebot für alle ausstehenden Aktien vorlegen.
Die Transaktion soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden. GSK will den Kauf bilanziell als Unternehmenszusammenschluss verbuchen.
Ein Wirkstoff im Zentrum
Im Mittelpunkt der Übernahme steht Ozureprubart. Dabei handelt es sich um einen lang wirkenden monoklonalen Antikörper gegen Immunglobulin E. Der Wirkstoff befindet sich in einer Phase-2b-Studie zur vorbeugenden Behandlung von Nahrungsmittelallergien.
GSK erhält die weltweiten Rechte an dem Programm, mit Ausnahme von Festlandchina, Macau, Taiwan und Hongkong. Für diese Regionen bestehen Vereinbarungen mit dem Partner Shanghai Jeyou Pharmaceutical. GSK übernimmt zudem erfolgsabhängige Meilenstein- und Lizenzzahlungen, die an diesen Partner fällig werden können.
Weniger Spritzen, längerer Schutz
Tony Wood, wissenschaftlicher Leiter von GSK, sieht in dem Wirkstoff einen strategischen Fortschritt. Er sagte: "Die Aufnahme von Ozureprubart erweitert die Pipeline von GSK um ein weiteres vielversprechendes neues Medikament, das das Potenzial hat, das beste seiner Klasse zu werden." Er verwies auf die Belastung für Betroffene durch häufige Injektionen. "Nahrungsmittelallergien haben schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen auf Patienten, deren derzeitige Behandlung Injektionen im Abstand von nur zwei Wochen erfordert. Ozureprubart bietet die Möglichkeit, Patienten mit einer Dosierung alle 12 Wochen einen anhaltenden Schutz zu bieten." Der Ansatz passe zu GSKs Strategie, gezielt Wirkstoffe mit validierten Zielstrukturen und hohem ungedecktem medizinischem Bedarf zuzukaufen.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
