Verlierer des Tages
Hypoport verliert über 12 Prozent: Sinkende Nachfrage nach Immobilienkrediten
Schwache Zahlen der Hypotheken-Plattform Europace treiben Anleger in die Flucht. Die Hypoport-Aktie stürzt um 12 Prozent ab. Die Nachfrage nach Immobilienkrediten lässt nach einem starken Jahr nach.
- Hypoport-Aktie stürzt um 12% auf 108,80 Euro ab.
- Nachfrage nach Immobilienkrediten sinkt stark.
- Umsatzprognose auf 600 Millionen Euro gesenkt.
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Die Aktien des Finanzdienstleisters Hypoport kommen am Dienstag unter die Räder. Die Titel des im SDAX notierten Unternehmens brachen um 12 Prozent auf 108,80 Euro ein und markierten damit den tiefsten Stand seit Mitte November. In den vergangenen 12 Monaten hat die Aktie sich fast halbiert.
Analysten zeigten sich überrascht von den schwachen Zahlen des Unternehmens für das Schlussquartal. Besonders die Leistung von Europace, der digitalen Plattform für Immobilienkredite, blieb hinter den Erwartungen zurück. Ein Händler erklärte, dass die Wachstumszahlen von Europace nun offenbar hinter denen des Gesamtmarktes zurückblieben.
Europace vermittelt Baudarlehen von Banken und Sparkassen an Kreditnehmer und ermöglichte in den letzten Jahren noch große Geschäfte aufgrund der Niedrigzinsen. Als die Zinsen jedoch stiegen, brach die Nachfrage ein, was den Geschäftsverlauf der Plattform stark beeinflusste. Hypoport-Chef Ronald Slabke wies darauf hin, dass sich die Nachfrage mittlerweile auf einem normalen Niveau befinde.
Hypoport selbst meldete einen Rückgang der Nachfrage nach Immobilienkrediten, nachdem das Unternehmen 2024 ein starkes Jahr verzeichnet hatte. Von Oktober bis Dezember fiel das Volumen der privaten Immobilienfinanzierungen auf Europace im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent.
Für das Gesamtjahr 2025 sieht es für den Finanzdienstleister jedoch besser aus: Das vermittelte Volumen stieg um 13 Prozent auf rund 74,8 Milliarden Euro. Trotzdem bezeichnete Hypoport den Markt als normalisierend, was bei den Investoren nicht gut ankam. Die Aktie von Hypoport eröffnete den Handel mit einem Verlust von 12,5 Prozent und war damit der größte Verlierer im SDAX. Seit Jahresbeginn hat der Kurs bereits mehr als 15 Prozent eingebüßt und liegt auf Sicht von fünf Jahren über 80 Prozent im Minus.
Im Herbst hatte der Vorstand die Umsatzprognose auf mindestens 600 Millionen Euro gesenkt, jedoch das Ziel für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) weiterhin auf 30 bis 36 Millionen Euro beibehalten. Der endgültige Geschäftsbericht soll am 30. März veröffentlicht werden, während die vorläufigen Zahlen bereits zwei Wochen vorher erwartet werden.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die HYPOPORT Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -11,81 % und einem Kurs von 109EUR auf Tradegate (20. Januar 2026, 11:33 Uhr) gehandelt.
