Streaming-Riese
Netflix: Zahlen top, Aktie crasht trotzdem nachbörslich! Was ist da los?
Netflix hat im vierten Quartal 2025 neue Rekorde erzielt: 325 Millionen Abonnenten, steigende Gewinne und Umsatz übertreffen die Erwartungen knapp. Doch trotz dieser Erfolge fiel die Aktie nachbörslich. Was ist da los?
- Rekordzahlen: 325 Mio. Abonnenten, Umsatz steigt 18%
- Aktie fällt trotz Gewinnen: Anleger sorgen sich um Kosten
- Warner-Übernahme: 83 Mrd. Dollar in bar, hohe Ausgaben
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Der Umsatz im vierten Quartal stieg auf 12,05 Milliarden US-Dollar und damit um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Analysten hatten im Schnitt nur 11,97 Milliarden erwartet). Der Gewinn pro Aktie lag mit 56 Cent knapp über den Prognosen von 55 Cent. Das Nettoergebnis stieg auf 2,42 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Das Umsatzwachstum wurde vor allem durch die höhere Zahl an Abonnenten, Preiserhöhungen und die gesteigerten Werbeeinnahmen angetrieben. Bemerkenswert ist, dass Netflix mit seiner Ende 2022 eingeführten werbefinanzierten Abonnementoption einen Anstieg der Werbeumsätze um mehr als das 2,5-fache auf über 1,5 Milliarden US-Dollar verzeichnen konnte. Für das Jahr 2026 erwartet Netflix einen Umsatz von bis zu 51,7 Milliarden US-Dollar, was durch weiteres Mitgliederwachstum und eine Verdopplung der Werbeeinnahmen begünstigt wird.
Sorge vor steigenden Ausgaben
Trotz dieser positiven Ergebnisse fiel die Netflix-Aktie nach Börsenschluss um mehr als vier Prozent. Der Grund: Anleger sorgen sich um steigende Ausgaben.
Neben der teuren Übernahme von Warner plant Netflix, seine Ausgaben für Filme und Serien im Jahr 2026 um zehn Prozent zu steigern. Im vergangenen Jahr flossen bereits rund 18 Milliarden Dollar in Inhalte.
Und: Netflix wird den 83-Milliarden-Dollar-Deal zur Übernahme wesentlicher Teile von Warner Bros. Discovery vollständig in bar bezahlen, anstatt mit einer Mischung aus Bargeld und Aktien. Der Abschluss der Warner-Transaktion wird 2026 zusätzlich mit 275 Millionen US-Dollar zu Buche schlagen. Um die nötige Liquidität zu sichern, setzt Netflix vorerst auf einen Stopp der Aktienrückkäufe. Vom Deal verspricht sich der Konzern strategische Vorteile, insbesondere den Zugang zu einer umfangreichen Film- und Serienbibliothek, sowie neue Impulse für Geschäftsbereiche wie Spiele, Erlebnisse und Konsumprodukte.
Im Dezember gab Netflix bekannt, Warner Bros. Discovery übernehmen zu wollen. Durch diese Akquisition erhofft sich Netflix, sein Content-Angebot deutlich zu erweitern und seinen Mitgliedern mehr personalisierte Abonnementoptionen bieten zu können.
Die Entscheidung zur Übernahme wurde von vielen als überraschend angesehen, da Netflix bisher auf große Konsolidierungen verzichtet hatte. Das Unternehmen bleibt jedoch zuversichtlich, dass die Akquisition regulatorische Hürden überwinden wird, und betont, dass die Übernahme Arbeitsplätze sichert und die Content-Produktion ausweitet. Angesichts der intensiven Konkurrenz im Mediensektor sieht sich Netflix einem schwierigen Wettbewerb gegenüber.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

