Anleger im Rausch
Hyper-Optimismus an den Märkten: Das riskante Spiel der Investoren
Fondsmanager sind so optimistisch wie seit Jahren nicht mehr. Absicherungen verschwinden, Cash ist knapp. Eine BofA-Umfrage zeigt, wie riskant die Wette wird.
- Fondsmanager optimistisch, Cash auf Rekordtief.
- Rezessionsangst sinkt, "no-landing" Szenario erwartet.
- Geopolitik als größtes Risiko, Gold-Positionen steigen.
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Globale Fondsmanager zeigen sich so optimistisch wie seit Juli 2021. Das zeigt, wie Reuters zuerst berichtete, die aktuelle Umfrage der Bank of America, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Die Wachstumszuversicht steigt deutlich, gleichzeitig sinken die Barbestände auf ein Rekordtief von 3,2 Prozent.
Der sogenannte Bull-and-Bear-Indikator der Bank of America springt auf 9,4 und erreicht damit den Bereich "hyper-bull". Laut der Befragung halten Investoren so wenig Schutz gegen Kursrückgänge wie seit Januar 2018 nicht mehr. An der Umfrage nahmen 96 Marktteilnehmer teil. Sie verwalten zusammen 575 Milliarden US-Dollar.
Rezession rückt in den Hintergrund
Ein Nettowert von 38 Prozent der Befragten rechnet mit einer stärkeren Konjunktur. Die Angst vor einer Rezession fällt auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt nun eine Wirtschaft ohne Abschwung, ein sogenanntes "no-landing", wie der Bericht der Bank of America festhält.
Die Liquidität wird als so gut eingeschätzt wie seit 2021 nicht mehr. Dennoch verzichten viele Investoren auf Schutz. Fast die Hälfte der Teilnehmer gibt an, keinerlei Absicherung gegen einen starken Einbruch der Aktienmärkte zu halten. Die Bank of America spricht von einem deutlichen Abbau von Absicherungsstrategien.
Gold beliebt, Politik wird zum Risiko
Als größtes sogenanntes Tail-Risiko gilt nun die Geopolitik. Sie verdrängt die Sorge vor einer Blase bei Künstlicher Intelligenz. Der am stärksten überfüllte Trade ist eine Long-Position in Gold. Das bedeutet, Investoren setzen darauf, dass der Goldpreis weiter steigt.
Die Umfrage wurde zwischen dem 8. und dem 15. Januar durchgeführt. Sie fand damit statt, bevor der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, mit höheren Zöllen auf europäische Verbündete drohte, falls die Vereinigten Staaten nicht die Möglichkeit erhalten, Grönland zu kaufen. Diese politische Eskalation ist in den Antworten noch nicht berücksichtigt, wie aus dem Zeitpunkt der Befragung hervorgeht.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

