Joint Venture gegen Stromnot
Alibaba setzt auf Chinas Atomstrom für KI-Rechenzentren
Der chinesische Tech-Konzern Alibaba kooperiert mit Chinas führendem Atomunternehmen, um den Stromhunger seiner KI-Rechenzentren zu stillen.
- Alibaba gründet Joint Venture mit Atomkraftwerk.
- KI-Rechenzentren benötigen zuverlässige Energiequellen.
- Milliardeninvestitionen in KI erhöhen Strombedarf stark.
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Alibaba hat in dieser Woche ein Gemeinschaftsunternehmen zur Stromerzeugung gegründet – gemeinsam mit China National Nuclear Power und weiteren Partnern. Das Joint Venture ist mit einem registrierten Kapital von 250 Millionen Yuan (rund 35,9 Millionen US-Dollar) ausgestattet. Ziel ist es, die Energieversorgung für Alibabas datenintensive KI-Infrastruktur abzusichern.
Konkrete Details zum Umfang, zu Standorten oder zur operativen Ausgestaltung wurden bislang nicht veröffentlicht.
Strom wird zum Engpassfaktor der KI-Ära
Technologiekonzerne suchen zunehmend nach verlässlichen, CO₂-armen Energiequellen, um ihre wachsenden Rechenzentren rund um die Uhr betreiben zu können. Von den USA bis nach Asien gilt Strom als einer der zentralen Engpassfaktoren für den weiteren Ausbau künstlicher Intelligenz.
Internationale Wettbewerber wie Meta Platforms und Microsoft haben bereits Vereinbarungen mit Nuklear- und Energieunternehmen geschlossen, um sich langfristig saubere Grundlast zu sichern. Kernenergie gilt dabei als besonders attraktiv, da sie unabhängig von Wetterbedingungen konstant Leistung liefert.
Chinas Sonderweg: Atomkraft trifft Erneuerbare
In China verfolgt die Regierung bislang einen etwas anderen Kurs. Die politische Linie setzt stark auf den massiven Ausbau von Solar- und Windkraft, um den steigenden Bedarf von Cloud- und KI-Anwendungen zu decken. Dennoch zeigt die Allianz zwischen Alibaba und dem Atomkonzern, dass auch Kernenergie als strategische Ergänzung an Bedeutung gewinnt.
Milliardeninvestitionen erhöhen den Druck
Alibaba hat angekündigt, über mehrere Jahre hinweg mehr als 53 Milliarden US-Dollar in KI-Entwicklung und Forschung zu investieren. Ein erheblicher Teil dieses Budgets dürfte in den Bau und Betrieb neuer Rechenzentren fließen.
Parallel dazu wächst weltweit die Sorge vor steigenden Strompreisen für Verbraucher. In den USA treibt die Trump-Administration Pläne voran, Technologiekonzerne stärker an der Finanzierung neuer Kraftwerke zu beteiligen, um sowohl den KI-Ausbau zu beschleunigen als auch den Preisdruck im Energiemarkt zu dämpfen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

