Partnerschaft mit Sprengkraft
Durchbruch bei Diabetes-Therapie? Novo Nordisk wagt den nächsten großen Schritt
Novo Nordisk treibt eine neue Therapieform voran. Gemeinsam mit Aspect sollen gedruckte Inselzellen Diabetes künftig direkt im Körper behandeln.
- Novo Nordisk und Aspect entwickeln Diabetes-Therapien.
- Aspect übernimmt Entwicklung und Vermarktung der Therapien.
- Bioprinting soll insulinproduzierende Zellen erzeugen.
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Novo Nordisk und das kanadische Biotech-Unternehmen Aspect Biosystems weiten ihre Partnerschaft aus. Beide Firmen wollen gemeinsam zellbasierte Therapien gegen Diabetes entwickeln. Das teilten die Unternehmen am Dienstag mit, wie Reuters berichtete. Die finanziellen Details des Deals bleiben vertraulich, wie beide Seiten erklärten.
Aspect übernimmt Entwicklung und Vermarktung
Aspect führt künftig die Entwicklung sowie die Herstellung der Therapien und soll die Produkte auch selbst vermarkten. Novo Nordisk sichert sich die Optionen und Rechte, um später eine größere Rolle zu übernehmen. Damit bleibt der dänische Konzern strategisch eingebunden, ohne die operative Führung zu tragen.
Im Rahmen der Vereinbarung erhält Aspect Rechte an Technologien von Novo Nordisk. Diese Verfahren dienen dazu, Inselzellen aus Stammzellen herzustellen. Inselzellen sind kleine Zellverbände in der Bauchspeicheldrüse, die den Blutzucker im Körper steuern. Zudem betreffen sie die Entwicklung von Zellen, die seltener vom Immunsystem angegriffen werden. Das Ziel sind langlebige, implantierbare Zelltherapien.
Kapital, Meilensteine und künftige Erlöse
Novo Nordisk investiert zusätzlich Eigenkapital in Aspect. Der Konzern stellt auch Forschungsgelder bereit, um die Programme zu beschleunigen. Im Gegenzug kann Novo künftig Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen aus späteren Produktverkäufen erhalten. Die Firmen bestätigten diese Struktur, nannten aber keine Summen.
Die Partner arbeiten bereits seit 2023 zusammen. Nun verlagern sie Teile von Forschung, Entwicklung und Produktion in Aspects kanadische Plattform. Know-how und Kapazitäten aus den Vereinigten Staaten und aus Dänemark fließen dort zusammen. Aspect will damit seine internen Möglichkeiten deutlich ausbauen.
Bioprinting als Produktionsbasis
Aspect setzt auf dreidimensionales Bioprinting. Dabei platziert das Unternehmen lebende Zellen in sehr präzisen Mustern, um gewebeähnliche Strukturen zu erzeugen. Diese Technik soll implantierbare Ersatzlösungen für zerstörte Inselzellen ermöglichen.
Studien zeigen, dass sich insulinproduzierende menschliche Bauchspeicheldrüsenzellen mit dreidimensionalen Druckern herstellen lassen. Das Verfahren nutzt eine Bio-Tinte aus menschlichem Pankreasgewebe, dem zuvor die Zellen entzogen wurden, sowie Alginat aus Algen. Diese Mischung dient als Trägermaterial, um neue Inselzellen zu drucken. Ziel ist es, funktionelle Zellverbände zu schaffen, die nach der Implantation Insulin produzieren können.
Für Novo Nordisk bedeutet der Schritt eine strategische Wette auf eine mögliche nächste Generation der Diabetesbehandlung. Für Aspect ist es der Einstieg in die vollständige Wertschöpfung von der Entwicklung bis zum Verkauf. Beide Unternehmen setzen darauf, dass Zelltherapien langfristig die Abhängigkeit von täglichen Injektionen reduzieren könnten.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Novo Nordisk Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,75 % und einem Kurs von 51,41EUR auf Tradegate (21. Januar 2026, 09:21 Uhr) gehandelt.

