Offshore-Wind in Asien
920 Megawatt im Meer, Sorgen an der Börse: Ørsteds stiller Rückschlag
Ørsted meldet einen Rekord beim Bau vor Taiwan. Doch an der Börse zählt das nicht. Warum geopolitische Risiken den Erfolg überlagern.
- Ørsted schließt Installation von 66 Turbinen ab.
- Börse reagiert negativ auf geopolitische Risiken.
- Vollbetrieb des Windparks für 2026 geplant.
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Ørsted hat die Installation aller Windturbinen an den Offshore-Windparks Greater Changhua 2b und 4 vor Taiwan abgeschlossen. Das berichtete die Nachrichtenseite OilPrice. Die Gesamtleistung der Turbinen beträgt 920 Megawatt. Damit zählt das Projekt zu den größten Offshore-Windvorhaben im asiatisch-pazifischen Raum. Der Bau der Turbinen endete innerhalb nur einer Installationssaison.
Die Anlagen liegen 35 bis 60 Kilometer vor der Küste des Changhua County. Insgesamt stehen dort 66 Turbinen vom Typ Siemens Gamesa SG 14-236. Jede Turbine leistet 14 Megawatt. Die Offshore-Bauarbeiten begannen im Februar 2025, die Installation der Turbinen im April 2025.
An der Börse kam der Fortschritt jedoch nicht gut an. Stattdessen belasteten Sorgen über die künftige Handelspolitik der Vereinigten Staaten die Aktie. Trotz technischer Erfolge blieb die Kursreaktion zum Handelsschluss am Dienstag negativ. Am Mittwoch konnte sich die Aktie jedoch etwas erholen und notierte in Kopenhagen mit einem Plus von 2,25 Prozent bei 129,05 Dänischen Kronen (17,27 Euro, Stand 10:52 Uhr MEZ).
Strom fließt, Vollbetrieb folgt 2026
Seit Juli 2025 speist der Windpark Strom ins Netz ein. Die vollständige kommerzielle Inbetriebnahme plant Ørsted für das dritte Quartal 2026. Aktuell laufen Tests an Turbinen, Elektrik und Offshore-Kabeln.
Greater Changhua 2b und 4 ist das erste Offshore-Windprojekt im asiatisch-pazifischen Raum mit einem Corporate Power Purchase Agreement. Ørsted unterzeichnete den Vertrag 2020 mit einem nicht genannten Unternehmenskunden und unterstreicht damit die wachsende Bedeutung von Firmenverträgen für große Windparks außerhalb Europas.
Technische Premieren auf See
Ørsted sprach von einer beachtlichen Leistung, da 920 Megawatt trotz enger Wetterfenster in einer Saison installiert wurden. Das Projekt setzte mehrere Premieren, darunter Saugbucket-Jacket-Fundamente im großen Maßstab und erstmals weltweit 14-Megawatt-Turbinen mit 115 Meter langen Rotorblättern. Die Montage aller 66 Anlagen dauerte 275 Tage.
Insgesamt fielen 131.576 Offshore-Arbeitsstunden ohne Arbeitsunfälle mit Ausfallzeiten an. Strategisch stärkt das Projekt Taiwans Rolle als führenden Offshore-Windmarkt in Asien und ist Teil von Ørsteds globaler Baupipeline mit 8,1 Gigawatt.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Orsted Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +3,06 % und einem Kurs von 17,33EUR auf Tradegate (21. Januar 2026, 11:28 Uhr) gehandelt.
