Nerven blank
Ethereum stürzt unter 3.000 US-Dollar vor Trumps Davos-Rede
Politische Unsicherheit vor Trumps Davos-Rede löst einen Abverkauf am Krypto-Markt aus, der Ethereum unter die Marke von 3.000 US-Dollar zieht.
- Politische Unsicherheit drückt Ethereum unter 3.000 USD.
- Krypto-Markt verliert 1,9% bei steigender Nervosität.
- Trump-Rede in Davos schürt Ängste vor Handelskonflikten.
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Die zweitgrößte Kryptowährung, Ethereum, fällt am Mittwochmittag um rund 4,3 Prozent und rutscht damit unter die psychologisch wichtige Marke von 3.000 US-Dollar. Zuletzt wurde Ethereum bei etwa 2.955 US-Dollar gehandelt. Auf Wochensicht summieren sich die Verluste auf über 11 Prozent.
Der Rückgang reiht sich in eine breitere Schwächephase des Kryptomarkts ein, die von makroökonomischen Sorgen und politischer Unsicherheit ausgelöst wurde.
Auch Bitcoin, BNB und zahlreiche Altcoins schließen sich dem Abverkauf an. Die Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptosektors sinkt um 1,9 Prozent auf rund 3,01 Billionen US-Dollar und hält sich damit nur noch knapp über der Drei-Billionen-Dollar-Marke.
Volumen signalisiert Nervosität
Im Derivatemarkt stieg das Handelsvolumen laut Daten von CoinGlass um 65 Prozent auf 74,9 Milliarden US-Dollar, während das Open Interest um 2 Prozent auf 39,37 Milliarden US-Dollar zurückging. Dieses Muster deutet darauf hin, dass viele Trader Positionen abbauen.
ETF-Abflüsse belasten kurzfristig die Stimmung
Zusätzlichen Druck erzeugten deutliche Mittelabflüsse aus US-Spot-ETFs auf Ethereum. Daten von SoSoValue zufolge verzeichneten diese Produkte am Dienstag Nettoabflüsse von rund 230 Millionen US-Dollar und beendeten damit eine fünftägige Serie von Zuflüssen.
Angeführt wurden die Abgaben vom iShares Ethereum Trust von BlackRock, aus dem rund 92 Millionen US-Dollar abgezogen wurden. Es folgten Produkte von Fidelity mit 51 Millionen US-Dollar und Bitwise mit 31 Millionen US-Dollar. Auch Fonds von Grayscale verzeichneten zusammen Abflüsse von knapp 50 Millionen US-Dollar.
Obwohl die monatlichen Nettozuflüsse weiterhin bei rund 359 Millionen US-Dollar liegen, wirken sich starke tägliche Abflüsse häufig kurzfristig negativ auf den Preis aus.
Trump, Davos und geopolitische Spannungen belasten Risikoassets
Der Abverkauf bei Kryptowährungen fällt zeitlich mit zunehmenden Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten zusammen. US-Präsident Donald Trump wird am Nachmittag beim World Economic Forum in Davos erwartet, wo er erstmals seit 2020 wieder persönlich auftreten will.
Weiterhin stellen Trumps angedrohte Strafzöllen gegen europäische Staaten, die seine Pläne zur Übernahme oder Kontrolle Grönlands ablehnen, eine Belastung dar. Er argumentiert, die Insel müsse unter US-Einfluss geraten, um dem wachsenden Engagement Russlands und Chinas in der Arktis entgegenzuwirken und den Zugang zu strategischen Rohstoffen sowie wichtigen Schifffahrtsrouten zu sichern.
Diese Rhetorik schürte Sorgen vor neuen Handelskonflikten und einer Destabilisierung der transatlantischen Beziehungen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

