Aktie nachbörslich tiefrot
Senkrechtstarter Intel: Schwache Prognose und Produktionsprobleme enttäuschen
Intel hat die Erwartungen für das 4. Quartal übertroffen, enttäuschte jedoch mit einer schwachen Prognose für das erste Quartal. Nach einem atemberaubenden Kursanstieg geben die Papiere erst einmal nach.
- Intel übertrifft Q4-Erwartungen, schwache Q1-Prognose.
- Umsatzprognose für Q1 liegt unter Analystenschätzungen.
- Produktionsengpässe bremsen weiteres Wachstum von Intel.
- Report: Vorsicht, geheim!
Chiphersteller Intel hat am Donnerstag seine Zahlen für das vierte Quartal veröffentlicht und die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Dennoch fiel die Prognose für das laufende erste Quartal schwächer aus als erwartet, was den Aktienkurs des Unternehmens nachbörslich um bis zu 7 Prozent fallen ließ.
Der Halbleiterriese prognostiziert für das erste Quartal einen Umsatz von 11,7 bis 12,7 Milliarden US-Dollar – der Mittelwert liegt dabei unter den Schätzungen der Analysten von 12,6 Milliarden US-Dollar.
Auch die Gewinnprognose enttäuschte: Intel rechnet mit einem operativen Ergebnis nahe Null, wohingegen Wall Street mit 8 Cent pro Aktie gerechnet hatte. Der Grund für die Zurückhaltung ist vor allem die anhaltende Lieferengpässe, die es dem Unternehmen erschweren, der starken Nachfrage gerecht zu werden.
Im abgelaufenen Quartal fiel der Umsatz um 4,1 Prozent auf 13,7 Milliarden US-Dollar, unterm Strich blieb allerdings ein Gewinn von 15 Cent pro Aktie, ohne Berücksichtigung einiger Posten. Das war deutlich mehr als von Analysten vorab erhofft. Laut Bloomberg hatten diese mit einem Umsatz von 13,4 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von durchschnittlich 9 Cent pro Aktie gerechnet.
Der Konzern, der in den letzten Jahren mit einem Verlust von Marktanteilen zu kämpfen hatte, erlebte in 2025 ein spektakuläres Comeback an der Börse. Angetrieben von der Hoffnung auf die neue Fertigungstechnologie 18A legte die Aktie in den vergangenen 12 Monaten fast 150 Prozent zu. Allein seit Anfang Januar sind die Papiere schon um 47 Prozent gestiegen.
Trotz des optimistischen Ausblicks auf die Server-Chip-Verkäufe und einer wachsenden Rolle als Anbieter von Fertigungsdienstleistungen für Dritte, bleiben Produktionsengpässe und die schwierige Marktlage die größten Hürden für Intel.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
