Zeichen des Vertrauens
SAP-Aktie: Insider haben nach dem Crash gleich zweimal zugeschlagen!
Viele Anlegerinnen und Anleger sind nach dem Absturz der SAP-Aktie tief verunsichert, doch diese Unternehmensvorstände lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.
- SAP-Aktie stürzt, Vorstände zeigen Vertrauen durch Käufe.
- Analysten senken Kursziele, Kaufempfehlungen bleiben.
- Digitale Souveränität könnte SAP neuen Aufwind geben.
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
SAP-Zahlen: Kleine Verfehlung, große Wirkung
Der Crash der SAP-Aktie hat nicht nur viele Anlegerinnen und Anleger auf dem falschen Fuß erwischt, sondern auch für starke emotionale Reaktionen gesorgt. Die deutsche und europäische Cloud- und Software-Branche hinkt der US-amerikanischen ohnehin um Lichtjahre hinterher, da wiegt der Absturz eines der wenigen Konzerne, die international mithalten können, umso schwerer.
Auslöser für den heftigen Kurseinbruch, der den seit Monaten anhaltenden Abwärtstrend verschärft hat, war eine Wachstumsprognose etwas unter den Erwartungen des Marktes.
Das ließ Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit im Cloud-Bereich aufkommen und Gegen- statt Rückenwind durch Künstliche Intelligenz befürchten. Ein Umstand, über den sich Investoren auch mit einem Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 10 Milliarden Euro über einen Zeitraum von 2 Jahren nicht hinwegtrösten lassen wollten.
Kursziele gesenkt, aber Kaufempfehlungen bekräftigt
Viele Analystinnen und Analysten zeigten sich nach dem Kurseinbruch unbeeindruckt. Zwar haben einige Research-Häuser ihre Kursziele gesenkt, um sie der Wachstumsprognose unter ihren Erwartungen anzupassen, die bestehenden Kaufempfehlungen wurden jedoch bekräftigt. So zum Beispiel von Barclays, Berenberg und der Bank of America.
Bei insgesamt 29 Einschätzungen zur Aktie liegen aktuell 18 Kauf- und 6 Empfehlungen zum Übergewichten vor. Im Mittel wird der faire Wert mit 257,75 Euro angegeben, was um mehr als 50 Prozent über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag liegt.
Vorstände kaufen Aktien für Hunderttausende Euro
Neben der Analystenschar haben sich auch zwei hochrangige Unternehmensinsider ebenso unbeeindruckt wie zukunftsgewiss gezeigt. Sie haben in großem Umfang eigene Aktien gekauft.
Noch am Tag des Crashs hat der Vorstand für das operative Geschäft, Sebastian Steinhäuser, zu einem Kurs von 173,96 Euro zugeschlagen und 2.009 Aktien mit einem Gesamtwert von 349.485,64 Euro gekauft, wie aus an die Börsenaufsichtsbehörde BaFin übermittelten Dokumenten hervorgeht.
Am Freitag hat mit Finanzchef Dominik Asam ein weiteres Vorstandsmitglied zugeschlagen. Er hat zu einem Durchschnittskurs von knapp 169,18 Euro insgesamt 6.000 Aktien gekauft – mit einem beeindruckenden Gesamtwert von rund 1,02 Millionen Euro. Das ist ein unmissverständlicher Vertrauensbeweis in die Zukunft des eigenen Unternehmens!
Schwaches Chartbild, Aktie trotzdem reif für eine Gegenbewegung?
Nach dem heftigen Abverkauf am Donnerstag konnte sich die SAP-Aktie von ihrem neuen Mehrjahrestief – aus technischer Perspektive ein Verkaufssignal – erholen und um 3,6 Prozent zulegen. Die Kursgewinne sind umso bemerkenswerter, da in den USA Software-Aktien nach den mauen Microsoft-Zahlen weiter im Ausverkauf waren.
Trotz der Kurserholung ist das Chartbild nachhaltig angeschlagen. Ein Doppelboden aus dem Frühjahr 2024 bei rund 164,50 Euro konnte bislang verteidigt werden. Sollte dieser in den kommenden Tagen unter Druck geraten, ist mit einer Fortsetzung der Korrektur bis 150 Euro zu rechnen.
Während das neue Mehrjahrestief und der nachhaltige Bruch der Unterstützung bei 200 Euro für weitere Verluste sprechen, bietet der überverkaufte Relative-Stärke-Index (RSI) die Chance auf eine Gegenbewegung. Diese könnte sogar in eine mittelfristige Erholung münden, da der RSI auf Wochenbasis mit 25 Punkten noch stärker überverkauft ist als auf Tageskursbasis (29,6).
Fazit: SAP hat noch einen weiteren Trumpf im Ärmel
Der Absturz von SAP hat viele Anlegerinnen und Anleger stark unversichert – und nebenbei Siemens zum größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands gemacht. Die Einschätzung von Expertinnen und Experten ist mit Ausnahme gesenkter Kursziele jedoch unverändert, während gleich zwei Vorstände signifikant große Aktienpakete gekauft haben, um ihr Vertrauen zu unterstreichen. Damit könnte die Aktie dem Ende ihrer Korrektur bereits nahe sein.
Ein noch unterschätzter Katalysator für das Unternehmen ist außerdem das wachsende Bestreben nach digitaler Souveränität. In einem Interview räumte Microsoft-Gründer Bill Gates unlängst ein, dass amerikanische Software- und Clouddienstleister jederzeit Europas Wirtschaft lahmlegen könnten.
Das zunehmend feindselige Gebaren der USA gegenüber Europa könnte dazu führen, dass sich Konzerne verstärkt darum bemühen, ihre Daten und die Sicherheit ihrer Daten in die Hände hier ansässiger Unternehmen zu legen. An SAP würde aufgrund seiner schieren Größe und der Skalierbarkeit seiner Geschäfte kein Weg vorbeiführen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


