Die Nerven liegen blank
Silberpreis stürzt ab – droht Silber am Montag bereits das nächste Preisbeben?
Chaos im Edelmetallsektor: Am Freitag gerieten Gold, Silber, Platin und Palladium massiv unter Druck. Der Ausblick auf die nächsten Tage ist kritisch – drohen weitere Verluste oder kommt es doch ganz anders?
- Gold, Silber, Platin und Palladium stark gefallen.
- Silberpreis unter Druck, Rallye noch nicht gefährdet
- Nächste Tage: Volatile Preisbewegungen erwartet.
- Report: Favoritenwechsel
Silberpreis unter Druck – Was den aktuellen Preissturz ausgelöst hat
Wie bereits in der gestrigen Gold-Kommentierung ausführlich dargelegt, bedurfte es nur eines Funkens, um diesen Flächenbrand auszulösen. Potenzielle Brandbeschleuniger standen zu Genüge bereit. Die leichte Erholung im US-Dollar war dieser Funke. Die Nervosität unter Anlegern war ohnehin extrem hoch. Angesichts des exponierten Niveaus des Silberpreises schwebte eine drohende Korrektur wie ein Damoklesschwert über dem Silbermarkt. Man musste jederzeit damit rechnen, dass es niedersaust. Dass der Rücksetzer eine derartige Wucht entwickeln konnte, liegt nicht zuletzt in der relativen Enge des Silbermarktes begründet. Als die ersten wichtigen Marken unterschritten wurden, kam der Silberpreis schließlich ins Rutschen.
Silber vor weiteren Turbulenzen
Es würde überraschen, wenn Silber nach diesem heftigen Preiseinbruch gleich zur Tagesordnung übergeht. So ist insbesondere am morgigen Montag mit weiteren Verwerfungen zu rechnen. Die nächsten Tage dürften insgesamt von einer volatilen Silberpreisentwicklung gekennzeichnet sein. Anleger müssen mit schnellen Wechseln zwischen kräftigen Erholungsversuchen und weiteren Preisrücksetzern rechnen. Dabei sind auch weitere crashartige Bewegungen auf der Unterseite explizit nicht auszuschließen. Der Markt wird einige Tage brauchen, um sich zu sortieren. Deutlich stabiler präsentiert sich in der aktuellen Phase beispielsweise der Kupferpreis.
Ist die Silberpreisrallye beendet?
Man sollte nicht den Fehler machen, die Silberpreisrallye abzuschreiben. Sie hat ohne Zweifel einen herben Rückschlag erlitten, da aber die strukturellen Preistreiber unverändert intakt sind, sollte eine baldige Fortsetzung der Aufwärtsbewegung nicht überraschen. Ein Ende der Silberpreisrallye würde nur mit einer nachhaltigen Eintrübung des fundamentalen Umfelds einhergehen. Und diese Eintrübung ist noch nicht zu erkennen. Selbst das vermeintliche Erstarken des US-Dollars ist bei genauerer Betrachtung noch nicht bedrohlich. Nun mag das Votum Trumps für den vermeintlich restriktiveren Kevin Warsh ein wenig überraschen, doch es ist keineswegs gesagt, dass die Fed unter Warsh nicht doch dem Wunsch Trumps nach einer lockeren Geldpolitik nachkommt. Am Devisenmarkt blieb die Reaktion verhalten. Der wichtige US-Dollar-Index verzeichnete zuletzt zwar eine leichte Erholung. Mit aktuell 97 Punkten liegt er jedoch nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief und noch immer deutlich unter dem zentralen Widerstandsbereich von 100 Punkten. Und auch die Entwicklung der Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen beunruhigt bislang nicht. Sie notieren mit 4,23 Prozent noch immer auf einem moderaten Niveau.
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Charttechnische Prognose – Das sind die wichtigen Preisbereiche für Silber
Am Freitag wurde eine gewaltige Kerbe in die Preisentwicklung von Silber geschlagen. Das Edelmetall ringt um seinen Aufwärtstrend. Auf der Suche nach potenziellen Haltezonen wird man im Bereich von 70 US-Dollar fündig. Aus bullischer Sicht wäre es ideal, wenn es spätestens dort zur Ausbildung eines tragfähigen Bodens kommen würde. Doch auch ein Test der 54,5 US-Dollar (ehemalige Doppeltopformation) ist nicht kategorisch auszuschließen. Erholungsversuche könnten den Silberpreis rasch wieder auf 100 US-Dollar zurückbringen. Ein solcher Vorstoß würde der Korrektur zunächst die Wucht nehmen.
Silber - Ausblick auf die nächsten Tage
Die letzten Handelstage waren eine veritable Achterbahnfahrt. Noch zur Mitte der vergangenen Woche sah es nach einem Durchmarsch des Silberpreises in Richtung 150 US-Dollar aus. Ein „schwarzer Freitag“ reichte aus, um die Stimmung komplett zu drehen – zumindest temporär.
Für meinungsstarke antizyklisch agierende Anleger und Investoren könnten die nächsten Tage spannende Kaufgelegenheiten bieten. Unter fundamentalen Aspekten hat sich noch immer nichts Gravierendes verändert. Silber befindet sich nach wie vor in einem Defizit. Mit Blick auf die zahlreichen geo- und wirtschaftspolitischen Brandherde hat Silber auch seinen Stellenwert als sicherer Hafen nicht verloren. Während die Edelmetalle bereits inmitten einer handfesten Korrektur stecken, könnte dieses Schicksal in Kürze auch Aktienindizes wie Dax, Dow Jones Ind. und Nasdaq 100, ereilen. Die Lage dort ist nicht so stabil, wie sie auf den ersten Blick wirken mag.
Der Preiseinbruch bei Silber ist auch nicht spurlos an den Produzentenaktien vorrübergegangen. Pan American Silver, Hecla Mining oder Fresnillo stehen nur stellvertretend für eine Vielzahl anderer Produzentenaktien, die zuletzt „leiden“ mussten. Doch auch hier gilt: Meinungsstarken antizyklisch agierenden Anlegern und Investoren könnten sich in den nächsten Tagen spannende Kaufgelegenheiten bieten.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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