Härtester Einbruch seit 1979

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    Trotz Crash bleiben Gold-Bullen gierig – Optionsmarkt wettet auf 20.000 Dollar

    Der Goldpreis ist so heftig abgestürzt wie seit 1979 nicht mehr – doch die Bullen geben nicht nach. Trotz Margin-Calls und Rekord-Liquidationen wetten Anleger jetzt auf irrwitzige 20.000 US-Dollar.

    Für Sie zusammengefasst
    Härtester Einbruch seit 1979 - Trotz Crash bleiben Gold-Bullen gierig – Optionsmarkt wettet auf 20.000 Dollar

    Gold stabilisiert sich nach dem historischen Einbruch vom Freitag, bleibt aber in einem hochexplosiven Marktumfeld gefangen. Der Spotpreis legte am Dienstag fast 6 Prozent zu und stieg wieder über 4.900 US-Dollar, nachdem Gold in der Vorwoche den heftigsten Tagesverlust seit 46 Jahren erlitten hatte. Silber zog mit einem Plus von über 9 Prozent auf rund 87 US-Dollar an.

    Der Absturz am Freitag war nach Einschätzung vieler Analysten kein fundamentaler Schock, sondern eine Marktbereinigung nach einer überhitzten Rallye. Die Rallye war zuvor durch geopolitische Spannungen, Dollarschwäche, Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed und massive ETF-Zuflüsse getrieben worden, ehe die Nominierung von Kevin Warsh zum Fed-Vorsitzenden als Signal geringerer politischer Unsicherheit interpretiert wurde. Das stärkte den US-Dollar, trieb die Renditen höher – und traf Gold in voller Wucht.

    Die Societe Generale sieht in der Korrektur dennoch ein gesundes Reset. Ihr Rohstoffteam stellte fest, dass Optionsmärkte zuletzt völlig asymmetrisch positioniert waren: Es gab extreme Call-Wetten, dass Gold bis Jahresende 10.000, 15.000 oder sogar 20.000 US-Dollar erreichen könnte. Gleichzeitig stiegen Put-Positionen rund um 4.000 US-Dollar zwar an, blieben aber weit hinter dem Call-Spekulationsvolumen zurück. Für SocGen ist dieses Ungleichgewicht ein "bullisher Stimmungsindikator", aber auch ein Zeichen einer gefährlich überfüllten Positionierung.

    Die CFTC-Daten bestätigten das: Die Netto-Long-Positionen in Gold hatten mit rund 78 Milliarden US-Dollar ein Rekordniveau erreicht. Die CFTC – die Commodity Futures Trading Commission, die US-Behörde für Terminmarktaufsicht – zeigte damit die deutlichste Überpositionierung seit Beginn der Aufzeichnungen.

    Als der Markt am Freitag drehte, wurden Stop-Loss-Marken überschritten, Margins stiegen und systematische Fonds reduzierten Risiko. Der Monatswechsel verstärkte die Liquidierungen, weil Fonds Gewinne aus dem Januar sichern mussten.

    Am Dienstag kehrten Dip-Käufer zurück – und auch in China nutzten Konsumenten den Preisrückgang, um vor dem Neujahrsfest Schmuck und Barren zu kaufen. Gleichzeitig verschärfen chinesische Staatsbanken die Kontrollen für Goldinvestments, um exzessive Volatilität einzudämmen.

    Fundamental bleibt das Umfeld laut Ahmad Assiri von Pepperstone "weitgehend unverändert": geopolitische Spannungen, der Wunsch nach Absicherung und die Erwartung einer weniger straffen Geldpolitik stützen Gold. Die Deutsche Bank hält weiter an ihrem Preisziel von 6.000 US-Dollar fest, JPMorgan sieht sogar Potenzial bis 6.300 US-Dollar in diesem Jahr und über 6.600 US-Dollar bis 2027, getragen von einer außergewöhnlich hohen Zentralbanknachfrage.

    Doch kurzfristig bleibt der Markt gefährlich: Die Volatilität ist extrem, der Relative-Stärke-Index fiel zwar von über 90 auf rund 54, doch von technischer Entspannung kann keine Rede sein. Analystin Hebe Chen warnt: "Dieser Markt wird weiter von abrupten, durch Schlagzeilen ausgelösten Emotionen getrieben."

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion


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