Silberkrise
Pandora wechselt zu Platin: Schafft das den großen Turnaround?
Pandora kündigt an, platinbeschichteten Schmuck einzuführen, um sich von der Volatilität des Silberpreises zu befreien. Kann diese Strategie aufgehen?
- Pandora führt platinbeschichteten Schmuck ein.
- Ziel: Abhängigkeit von Silber bis 2027 reduzieren.
- Aktienkurs steigt um 7 Prozent nach Ankündigung.
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Pandora, der weltweit größte Juwelier gemessen am Umsatz, konnte am Donnerstag einen Kursanstieg verzeichnen.
Der Grund dafür war eine Reaktion auf die Bedenken der Anleger hinsichtlich der hohen Abhängigkeit des Unternehmens von Silber. Die Aktien des Unternehmens legten um bis zu 7 Prozent zu, nachdem Pandora in seinem Quartalsbericht ein weitgehend unverändertes organisches Wachstum für 2026 prognostizierte und die Einführung von platinbeschichtetem Schmuck ankündigte.
CEO Berta de Pablos-Barbier erklärte gegenüber CNBC, dass das Unternehmen angesichts der Silberpreisschwankungen unbedingt seine Abhängigkeit von diesem Metall verringern müsse. Etwa 60 Prozent des Geschäfts von Pandora basieren derzeit auf Silber.
"Die Diversifizierung unseres Warenkorbs durch neue Metalle wird uns helfen, da wir dann nicht mehr so stark von einem einzigen Metall abhängig sind, nämlich Silber."
Analysten hatten bereits gewarnt, dass die Volatilität des Silberpreises ein "schädliches Problem" für Pandora darstellt, vor allem angesichts der angespannten Verbraucherstimmung.
Pandora, das weltweit größte Schmuckunternehmen nach der Anzahl verkaufter Produkte, verkauft Silberarmbänder ab 80 US-Dollar. Doch aufgrund der angespannteren finanziellen Lage der Verbraucher gibt es wenig Spielraum für Preiserhöhungen. Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 4 Prozent, was den Analystenschätzungen entsprach. Für dieses Jahr erwartet Pandora ein Umsatzwachstum von maximal 2 Prozent oder im schlimmsten Fall einen Rückgang um 1 Prozent.
De Pablos-Barbier, die im Januar die CEO-Position übernommen hat, erklärte, dass die Umstellung auf platinbeschichtete Schmuckstücke und die Erweiterung des Portfolios Pandora helfen würden, Margen im Bereich von 20 Prozent zu halten.
Die neuen platinbeschichteten Versionen der beliebten Charm-Armbänder von Pandora werden günstiger in der Herstellung sein, sollen aber den Reiz des Edelmetalls für die Verbraucher behalten. Obwohl Platin derzeit etwa 2.000 US-Dollar pro Unze teurer ist als Silber, wird der Schmuck aus einer markenrechtlich geschützten Metalllegierung gefertigt.
Das Unternehmen plant, seine Abhängigkeit von Silber bis 2027 drastisch zu reduzieren. Der Silberanteil im Schmuckportfolio von Pandora soll von fast 60 Prozent auf möglicherweise nur noch 20 Prozent sinken. Laut de Pablos-Barbier will Pandora bis 2027 mindestens 50 Prozent seines relevanten Silbersortiments auf platinbeschichtete Produkte umstellen.
Silber selbst hat in der vergangenen Woche eine Achterbahnfahrt hinter sich. In dieser Woche geht es nicht weniger turbulent zu: Das Edelmetall crasht weiter!
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
