Sell-off ohne Pause
Krypto-Markt verliert die nächste halbe Billion – Bitcoin und XRP im Sog
Der Krypto-Crash geht weiter, Bitcoin stürzt dabei zwischenzeitlich auf 70.000 Dollar und nährt die Sorge, dass der Markt immer tiefer gedrückt wird.
- Krypto-Crash: Bitcoin fällt auf 70.000 Dollar.
- Marktstimmung extrem negativ, Fear and Greed Index bei 11.
- ETF-Abflüsse und makroökonomische Unsicherheit belasten.
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Der Ausverkauf am Krypto-Markt setzt sich mit unverminderter Härte fort. Bitcoin notiert am Donnerstagmittag bei rund 71.300 US-Dollar und liegt damit innerhalb von 24 Stunden weitere sechs Prozent im Minus. In den frühen Morgenstunden war der Kurs zeitweise sogar bis auf die Marke von 70.000 US-Dollar gefallen. Auf Sicht von drei Wochen summiert sich der Wertverlust damit auf mehr als 26 Prozent.
Die Schwäche beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Bitcoin. Unter den größten Altcoins verzeichnet XRP mit einem Minus von über zwölf Prozent innerhalb eines Tages die stärksten Verluste. BNB folgt mit einem Rückgang von 7,7 Prozent, während Ethereum um rund sechs Prozent auf etwa 2.130 US-Dollar fällt. Sowohl Ethereum als auch XRP verlieren damit jeweils mehr als 25 Prozent innerhalb nur einer Woche.
Die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen liegt laut Marktdaten aktuell bei rund 2,43 Billionen US-Dollar und damit 5,6 Prozent unter dem Vortagesniveau. Seit Ende Januar sind dem Kryptomarkt insgesamt rund 467 Milliarden US-Dollar an Wert entzogen worden. Noch drastischer fällt die Bilanz seit Oktober aus: Gegenüber dem Hoch im Herbst 2025 hat der Markt inzwischen rund 1,43 Billionen US-Dollar verloren.
Stimmungsbarometer kollabiert
Parallel zum Preisverfall rutscht auch die Marktstimmung weiter ab. Der Crypto Fear and Greed Index fällt auf 11 Punkte und signalisiert damit "extreme Angst". Innerhalb einer Woche hat der Index 27 Punkte eingebüßt.
Marktbeobachter führen die jüngste Verkaufswelle vor allem auf makroökonomische Faktoren zurück. Auslöser war unter anderem die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher neuer Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve. Anleger fürchten, dass Warsh eine deutlich restriktivere Geldpolitik verfolgen und die Bilanz der Fed schneller verkleinern könnte.
"Der Markt fürchtet einen Falken", sagt Manuel Villegas Franceschi vom Next Generation Research Team der Julius Baer. "Eine kleinere Bilanz liefert keinerlei Rückenwind für Kryptowährungen."
ETF-Abflüsse verstärken den Druck
Zusätzlich belasten massive Mittelabflüsse aus institutionellen Anlageprodukten die Kurse. US-Spot-Bitcoin-ETFs haben allein im Januar Abflüsse von mehr als drei Milliarden US-Dollar verzeichnet, nachdem bereits im Dezember und November rund zwei beziehungsweise sieben Milliarden US-Dollar abgezogen worden sind.
Tech-Schwäche schwappt über
Besonders in Phasen dünner Liquidität und steigender makroökonomischer Unsicherheit reagiert der Kurs empfindlich auf Rückschläge an den Aktienmärkten.
Zuletzt belasteten vor allem deutliche Verluste an den asiatischen Börsen. Der Technologieindex von MSCI für Asien fiel zum fünften Mal in sechs Sitzungen. In Südkorea sackte der Leitindex Kospi um rund vier Prozent ab.
Zuvor hatten bereits schwache US-Technologiebörsen die Stimmung eingetrübt. Enttäuschende Geschäftszahlen schürten Sorgen, dass die Investitionen in künstliche Intelligenz schneller ihren Höhepunkt erreichen könnten als erwartet. Der Abverkauf an der Nasdaq wirkte dabei wie ein Katalysator für weitere Risikoaversion.
Ausblick
Der Ausblick für den Kryptomarkt bleibt angespannt. Ohne einen klaren positiven Impuls könnten die Kurse weiter unter Druck geraten. Galaxy Digital warnt, dass Bitcoin ohne neue Katalysatoren erneut tiefere Niveaus testen könnte. Andere Marktteilnehmer sehen den Großteil der Korrektur bereits hinter sich und verorten eine mögliche Bodenbildung im Bereich zwischen 60.000 und 65.000 US-Dollar.
Solange sich die ETF-Abflüsse fortsetzen, die Geldpolitik unsicher bleibt und Risikoassets weltweit unter Druck stehen, bleibt der Kryptomarkt anfällig für weitere Rückschläge.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

