Musk mischt das All neu
Dieser Deal dreht alles: Warum SpaceX-Aktionäre jetzt zittern
Elon Musk verschmilzt SpaceX und xAI. Für manche Investoren ist es ein Jackpot. Für andere beginnt eine riskante Reise mit offenem Ausgang.
- SpaceX übernimmt xAI: radikale KI-Expansion geplant.
- SpaceX profitabel, xAI kämpft mit hohen Verlusten.
- Risiko für SpaceX-Aktionäre, Börsengang 2026 möglich.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Elon Musk hat die Finanzwelt überrascht. Am Montag kündigte der Chef von SpaceX, xAI und Tesla an, dass SpaceX das KI-Unternehmen xAI übernommen hat. Er sprach von "der ehrgeizigsten, vertikal integrierten Innovationsmaschine auf der Erde – und darüber hinaus".
Ein Ziel ist radikal: Rechenzentren für Künstliche Intelligenz sollen ins All verlagert werden. Dort gibt es keine Engpässe bei Fläche, Strom oder Kühlung. SpaceX kann Nutzlasten schneller ins All bringen als jedes andere Unternehmen der Geschichte. Über Nacht wurde der Raketenbauer so zu einem KI-Schwergewicht.
Ein profitabler Riese trifft auf ein teures Wagnis
Vor dem Deal galt SpaceX als Gelddruckmaschine. Greg Martin, Managing Director beim Private-Market-Handelshaus Rainmaker Securities, sagte gegenüber Barron's, die EBITDA-Gewinnmargen könnten bei bis zu 50 Prozent liegen.
Zum Vergleich: Luft- und Raumfahrtunternehmen im S&P 500 kommen im Schnitt auf etwa 20 Prozent. Martin schätzt, dass SpaceX 2026 bis zu 10 Milliarden US-Dollar an EBITDA erzielen könnte. xAI steht auf der anderen Seite. Das Unternehmen ist nicht profitabel und verbrennt viel Kapital. Martin sagte:
"SpaceX war für sich genommen ein großartiges Unternehmen."
xAI hat "geringe Einnahmen [...] weit entfernt von OpenAI, Anthropic oder Google Gemini [...] und verbraucht eine Menge Geld". OpenAI soll 2025 rund 13 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt haben. Die Verluste könnten sich wegen der hohen Ausgaben für Rechenleistung auf fast 10 Milliarden US-Dollar belaufen haben. In diesem Markt bewegt sich xAI.
Risiko für SpaceX-Aktionäre
Damit wird klar: xAI brauchte SpaceX mehr als umgekehrt. SpaceX-Aktionäre müssen akzeptieren, dass ihr Investment riskanter geworden ist. Den größten Anteilseigner beider Firmen, Elon Musk, scheint das nicht zu stören.
Die eigentlichen Gewinner sitzen woanders. Musk kaufte Twitter 2022 für 44 Milliarden US-Dollar. Investoren wie Fidelity schrieben ihren Anteil bis 2024 um rund 80 Prozent ab.
Im März 2025 ließ Musk xAI Twitter, heute X, für 44 Milliarden US-Dollar übernehmen. Das fusionierte Unternehmen wurde damals mit etwa 113 Milliarden US-Dollar bewertet. SpaceX zahlte geschätzt 250 Milliarden US-Dollar für xAI. Wer Twitter die Treue hielt, hat sein Geld in gut vier Jahren mehr als verdoppelt.
Nun halten diese Investoren SpaceX-Aktien. Und SpaceX strebt 2026 einen Börsengang an. Ein weiterer Bewertungsschub ist möglich und viele hatten dieses Ende nicht erwartet. Doch Musk ist unberechenbar, hat mehrfach Werte geschaffen und der Markt für Künstliche Intelligenz wuchs schneller als gedacht.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

