Krypto-Aktien tiefrot
IREN bricht nach Zahlen 30% ein und Bullish folgt
Schwache Zahlen und der Bitcoin-Crash setzen Krypto-Aktien massiv zu und schicken IREN sowie Bullish in einen heftigen Abverkauf.
- Krypto-Aktien stark unter Druck durch Bitcoin-Crash.
- IREN meldet hohen Verlust, Umsatz sinkt deutlich.
- Bullish: Umsatz wächst, aber hohe Verluste bleiben.
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Die jüngste Korrektur bei Bitcoin hat am Donnerstag auch kryptonahe Aktien mit voller Wucht erfasst. Neben Strategy legten unter anderem IREN und Bullish ihre Quartalszahlen vor – doch die Kombination aus schwachen Kennzahlen, hohen Sonderbelastungen und einem breiten Krypto-Ausverkauf sorgte für deutliche Kursverluste.
IREN: Strategiewechsel Richtung KI belastet Ergebnis
Die Aktie von IREN geriet besonders stark unter Druck. Nach einem bereits schwachen Handelstag schloss das Papier mit einem Minus von 11,5 Prozent und verlor im nachbörslichen Handel weitere 18,5 Prozent. Zeitweise summierte sich der Kursverlust damit auf rund 30 Prozent.
Auslöser war der Quartalsbericht für das zweite Geschäftsquartal 2026. IREN wies einen Nettoverlust von 155,4 Millionen US-Dollar aus, nachdem im Vorquartal noch ein Gewinn von 384,6 Millionen US-Dollar erzielt worden war. Der massive Ergebnisrückgang ist laut Unternehmen vor allem auf nicht zahlungswirksame und einmalige Effekte zurückzuführen. Dazu zählen nicht realisierte Verluste aus Prepaid-Forward-Geschäften und Optionsstrukturen im Zusammenhang mit Wandelanleihen, Wertminderungen auf Mining-Hardware sowie gestiegene aktienbasierte Vergütungen.
Auch operativ blieb IREN hinter den Markterwartungen zurück. Der Umsatz sank im Quartalsvergleich von 240,3 Millionen auf 184,7 Millionen US-Dollar und verfehlte damit die Konsensschätzung von 226,9 Millionen US-Dollar deutlich. Die Erlöse aus dem Bitcoin-Mining fielen angesichts niedrigerer Bitcoin-Preise auf 167,4 Millionen US-Dollar nach 233,0 Millionen US-Dollar im Vorquartal.
Zwar wächst der neue Geschäftsbereich rund um KI-Cloud-Services dynamisch, doch von einer Kompensation der Rückgänge kann noch keine Rede sein. Die Umsätze aus diesem Segment stiegen auf 17,3 Millionen US-Dollar, nach rund 7,3 Millionen US-Dollar im Vorquartal.
Bullish: Umsatz wächst stark, Verluste bleiben hoch
Auch die Aktie von Bullish konnte sich dem negativen Marktumfeld nicht entziehen. Das Papier schloss 8,5 Prozent tiefer und verlor nachbörslich weitere 2,4 Prozent.
Für das vierte Quartal 2025 meldete Bullish einen GAAP-Verlust je Aktie von 3,73 US-Dollar und verfehlte damit die Analystenerwartungen um 1,69 US-Dollar. Auf der Umsatzseite zeigte sich hingegen ein anderes Bild: Die Erlöse stiegen um 67,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 92,5 Millionen US-Dollar und lagen damit rund 5,2 Millionen US-Dollar über den Schätzungen.
Trotz des kräftigen Umsatzwachstums blieb die Profitabilität schwach. Das Unternehmen wies für das Quartal einen Nettoverlust von 563,6 Millionen US-Dollar aus, bei digitalen Vermögensverkäufen in Höhe von 64,3 Milliarden US-Dollar. Positiv bewerteten Investoren dagegen die Entwicklung im Optionshandel. Das Handelsvolumen überstieg erstmals die Marke von 9 Milliarden US-Dollar, während das Open Interest mit rund 4 Milliarden US-Dollar ein neues Hoch erreichte.
Für das Gesamtjahr 2026 stellte das Management eine Umsatzprognose für Abonnements, Services und sonstige Erlöse von 220 bis 250 Millionen US-Dollar in Aussicht. Die bereinigten operativen Kosten sollen zwischen 210 und 230 Millionen US-Dollar liegen, während die Finanzierungskosten mit 52 bis 60 Millionen US-Dollar veranschlagt werden.
Breiter Abverkauf bei Krypto-Aktien
Die Schwäche beschränkte sich nicht auf einzelne Titel. Der erneute Rückgang des Bitcoin-Preises zog den gesamten Sektor nach unten. Coinbase verlor 13,3 Prozent. Das Mining-Unternehmen HUT gab um 17,9 nach, während das Ethereum-Treasury-Unternehmen BitMine 14,3 Prozent verlor. Auch Strategy verlor rund 17 Prozent nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion


