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Rheinmetall-Beben nach -9 %: BaFin prüft Call – CEO Papperger kauft im Dip
Nach dem Kurssturz von bis zu 9,5 Prozent rückt Rheinmetall in den Fokus der Aufsicht. Die BaFin prüft den Pre-Close-Call – während CEO Armin Papperger und weitere Insider die Gelegenheit für Aktienkäufe nutzten.
- Rheinmetall-Aktie stürzt um bis zu 9,5 Prozent ab.
- BaFin prüft mögliche Marktmissbrauchs-Anzeichen.
- Insider kaufen Aktien trotz Kursverlusten auf.
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Die Rheinmetall-Aktie hat am Donnerstag einen der stärksten Kurseinbrüche seit April erlebt. Der DAX-Wert fiel intraday um bis zu neun Prozent auf rund 1.520 Euro, bevor er die Verluste auf etwa 6,5 Prozent eingrenzte. Auslöser war ein Pre-Close-Analystencall am Mittwochabend, in dem der Konzern einen vorläufigen Umsatzausblick von 13,6 Milliarden Euro für 2026 skizzierte – rund zwölf Prozent unter den bisherigen Konsensschätzungen. Laut Rheinmetall handelte es sich um eine unverbindliche Indikation, doch an den Märkten löste sie eine sofortige Verkaufswelle aus.
JPMorgan-Analyst David Perry kappte daraufhin seine Ergebnisschätzungen bis 2030 um bis zu 14 Prozent. "Wir erwarten weiterhin ein außergewöhnlich starkes Umsatz- und Gewinnwachstum in den nächsten fünf Jahren, gehen aber nun davon aus, dass der Produktionshochlauf schwieriger sein wird als ursprünglich angenommen." Berenberg und Jefferies bestätigten zwar ihre Kaufempfehlungen, senkten aber die Kursziele moderat – Berenberg auf 2.100 Euro, Jefferies auf 2.060 Euro. Beide verwiesen auf einen "schwachen" beziehungsweise "enttäuschenden" Finanzausblick für 2026.
Der Einbruch wurde zusätzlich durch geopolitische Entspannungssignale verstärkt: Aussagen des iranischen Außenministers über bevorstehende Gespräche mit den USA führten zu branchenweiten Gewinnmitnahmen. Auch Renk und Hensoldt verloren.
Die BaFin reagierte umgehend auf die ungewöhnlich starken Kursbewegungen. Man prüfe routinemäßig, "ob es Anhaltspunkte für Marktmissbrauch gibt", erklärte ein Sprecher. Die Aufsicht erneuerte zugleich ihre Empfehlung, Pre-Close-Calls nur als offen zugängliche Gruppen-Calls durchzuführen und Termine transparent auf der Website zu veröffentlichen. Rheinmetall hatte zwar einen "FY 2025 Analyst & Investor Recap" angekündigt, jedoch ohne Uhrzeitangabe.
Inhaltlich bestätigten Analysten, dass der Konzern für 2026 einen operativen Umsatz von 15 bis 16 Milliarden Euro avisiert habe, der nach Konsolidierungseffekten bei rund 14 Milliarden Euro liegen dürfte. Die erwartete EBIT-Marge von 18 bis 20 Prozent bleibt hingegen solide. Für das vierte Quartal des letzten Jahres stellt Rheinmetall zudem eine starke Free-Cashflow-Generierung in Aussicht und erwartet, 2025 schuldenfrei abzuschließen.
Auffällig: Während Anleger verkauften, nutzten Insider die Schwäche zum Einstieg. CEO Armin Papperger erwarb am Donnerstag über die ATP Holding Rheinmetall-Aktien im Wert von knapp 300.000 Euro zu 1.572,50 Euro je Anteilsschein. Auch Aufsichtsrat Marc Tüngler kaufte weitere Anteile. Rheinmetall-Insider greifen seit Jahren regelmäßig bei Rücksetzern zu – ein Muster, das sich auch an diesem turbulenten Handelstag fortsetzte.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

