Nach Strategys Monster-Verlust
Bitcoins Crash-Woche: "Keine Zentralbank kauft etwas, das Saylor kontrolliert"
Der Bitcoin ist in der Crash-Woche Richtung 60.000 US-Dollar gerutscht – und Strategys Quartalsloch macht Saylors "Bitcoin-Reaktor" zum heißesten Streitthema am Markt.
- Bitcoin fällt auf 60.000 US-Dollar, Saylor unter Druck.
- Shortseller kritisieren Saylors Strategie scharf.
- Marktwertverlust von 1 Billion US-Dollar seit vier Wochen.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Shortseller Andrew Left hat seine Attacke auf Strategy verschärft, nachdem der Bitcoin-Holding-Konzern für das vierte Quartal einen Nettoverlust von 12,6 Milliarden US-Dollar gemeldet hat. Left, Gründer von Citron Research, zerlegte die von CEO Michael Saylor propagierte Strategie mit ungewöhnlicher Schärfe. Saylors Beschreibung von Strategy als "Bitcoin-Treasury-Unternehmen", das von einem "Bitcoin-Reaktor" angetrieben werde, kommentierte Left trocken: "Ich gebe zu, als ich das hörte, dachte ich, vielleicht bin ich ignorant und verstehe es nicht, aber je mehr Fachjargon, desto mehr Unsinn." Dass Saylor zuvor verkündet hatte, "wir verdienen 500 Millionen pro Tag", steht dabei im starken Kontrast zu den massiven Wertberichtigungen auf digitale Vermögenswerte.
Parallel entfaltete sich ein zweiter Angriffsstrang. Laut Seeking Alpha hält Richard Farr, Chefstratege von Pivotus Partners, ein Bitcoin-Kursziel von 0,0 US-Dollar für gerechtfertigt. "Unser Bitcoin-Kursziel liegt bei 0,0. Das ist nicht nur ein Schockfaktor. Das ist das Ergebnis unserer Berechnungen", sagte er. Farr argumentiert, Bitcoin sei "ein spekulatives Instrument, das mit dem Nasdaq korreliert" und scheitere fundamental: "Keine seriöse Zentralbank wird jemals etwas besitzen, bei dem Michael Saylor die Kontrolle über den Float hat." Zudem seien Miner zunehmend unprofitabel, das Netzwerk ineffizient und energieintensiv.
Auch Michael Burry – bekannt aus "The Big Short" – warnte in dieser Woche vor einer sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale. Ein Rückgang des Bitcoin-Preises um weitere 10 Prozent könnte Strategy "mit im Wesentlichen geschlossenen Kapitalmärkten" konfrontieren. Bei 50.000 US-Dollar, so Burry, würden Miner "bankrott gehen" und gezwungen, Reserven zu verkaufen, während "tokenisierte Metall-Futures in ein schwarzes Loch ohne Käufer stürzen würden". Burry betonte, Bitcoin sei "als rein spekulatives Anlageinstrument entlarvt", dessen Korrelation zum S&P 500 zuletzt auf 0,50 gestiegen sei.
Die Lage am Markt unterstreicht diese Risiken. Vier Wochen intensiver Liquidationen haben laut CoinGecko einen Wertverlust von rund einer Billion US-Dollar ausgelöst. Strategy steht unter zusätzlichem Druck, weil die durchschnittlichen Einstandskosten je Bitcoin bei 76.052 US-Dollar liegen – deutlich über dem aktuellen Kursniveau um etwa 65.000 US-Dollar. Seit Jahresbeginn ist die Aktie um 22 Prozent gefallen, über sechs Monate sogar um 70 Prozent. Saylor gibt sich dennoch kämpferisch und argumentiert, "die Maßnahmen der großen Finanzinstitute, der großen Banken und der Finanzaufsichtsbehörden" bildeten weiterhin die Fundamentaldaten.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

