Vor Bewährungsprobe?
Stifel stuft Microsoft ab – Azure und KI-Ausgaben bremsen aus
Stifel bremst Microsoft aus und sieht durch teure KI-Investitionen und wachsendem Cloud-Wettbewerb vorerst wenig Kurspotenzial für den Tech-Giganten.
- Stifel stuft Microsoft-Aktie von Buy auf Hold herab.
- KI-Investitionen und Cloud-Wettbewerb belasten Margen.
- Kurzfristig keine Kurstreiber, Seitwärtsbewegung erwartet.
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Die US-Investmentbank Stifel hat die Aktie von Microsoft herabgestuft. Analyst Brad Reback senkte sein Rating von Buy auf Hold und kürzte zugleich das Kursziel deutlich auf 392 US-Dollar von zuvor 540 US-Dollar.
Reback begründete den Schritt mit steigenden Investitionen in künstliche Intelligenz, zunehmendem Wettbewerbsdruck im Cloud-Geschäft sowie aus seiner Sicht zu optimistischen Markterwartungen. "Die Konsensschätzungen für Umsatz und Gewinn scheinen aktuell zu hoch", schrieb der Analyst in einer Kundenmitteilung.
Laut Tipranks hat Brad Reback eine Erfolgsquote von 51 Prozent und eine durchschnittliche Rendite von 9,8 Prozent. Damit gehört er zu den besten 10 Prozent der über 12.000 erfassten Wallstreet-Analysten.
Azure im Fokus: Angebotsengpässe und wachsender Wettbewerb
Besonders kritisch sieht Stifel die kurzfristigen Perspektiven für Azure. Reback verweist auf gut dokumentierte Liefer- und Kapazitätsprobleme sowie auf zunehmende Konkurrenz. Die jüngsten Erfolge von Google im Cloud-Geschäft, insbesondere rund um das Gemini-Ökosystem, sowie die wachsende Bedeutung von Anthropic könnten Microsoft Marktanteile kosten.
Zwar bleibe Microsoft langfristig gut positioniert, um sich im sich schnell entwickelnden KI-Markt zu behaupten. Kurzfristig sei der Ausblick jedoch "deutlich eingetrübter", auch weil die strategische Bedeutung der OpenAI-Partnerschaft nicht mehr so stark sei wie noch vor einem Jahr.
Margendruck durch Investitionen
Neben dem Wachstumstempo rücken laut Stifel auch die Margen unter Druck. Reback erwartet, dass sich die Bruttomargen bei Azure bereits im kommenden Quartal weiter einengen werden. Treiber seien ein kräftiger Anstieg der Investitionsausgaben sowie ein wachsender Anteil kurzfristig nutzbarer Rechenressourcen, die schneller abgeschrieben werden müssen.
Keine kurzfristigen Kurstreiber in Sicht
Für die Aktie sieht Stifel derzeit kaum kurzfristige Impulse. Reback rechnet mit einer Seitwärtsbewegung, bis entweder Azure eine spürbare Wachstumsbeschleunigung zeigt oder das Wachstum der Investitionsausgaben unter das Azure-Wachstum fällt.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

