Tech nachkaufen
Dan Ives: Apokalypse für Software halb so wild!
Trotz Marktrotation und Tech-Crash: Der Wedbush-Analyst Dan Ives rät Investoren, gezielt die wahrscheinlichen Gewinner im Software-Sektor zu kaufen.
- Ives empfiehlt Kauf von Software-Gewinnern trotz Krise.
- Markt übertreibt Ängste: Software bleibt relevant.
- KI-Anbieter können Übergang zu neuen Systemen nicht stemmen.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
"Buy the dip" mit Dan Ives: Inmitten dessen, was er selbst als "Software-Armageddon" bezeichnet, sieht der bekannte Analyst insbesondere Microsoft, Palantir, CrowdStrike, Snowflake und Salesforce als die aussichtsreichsten Titel.
"Wir sind der Ansicht, dass der Markt kurzfristig ein regelrechtes Doomsday-Szenario für Software-Unternehmen einpreist – aus unserer Sicht ist das jedoch massiv übertrieben. Viele Kunden werden nicht bereit sein, ihre Daten zu riskieren, nur um KI-Implementierungsstrategien voranzutreiben, solange diese Migrationsprojekte mit erheblichen Risiken verbunden sind", schrieb Ives am Mittwoch in einer Studie.
Software-Aktien stehen in diesem Jahr besonders unter Druck, da Investoren befürchten, dass KI-Tools die bestehenden "Software-as-a-Service"-Angebote (SaaS) hinfällig machen könnten.
Der Ausverkauf gewann in dieser Woche zusätzlich an Dynamik, nachdem das KI-Start-up Anthropic seinem Claude Cowork-Agenten neue Funktionen für Recht, Finanzen und Produktmarketing hinzugefügt hatte.
"Ist KI kurzfristig ein Gegenwind für Software? Ja! Doch das Ausmaß dieses Abverkaufs im Software-Sektor ist ein echtes Rätsel und preist ein Armageddon-Szenario ein, das aus unserer Sicht wenig mit der Realität zu tun hat", so Ives.
Ohne Big-Tech im Bärenmarkt?
Ob sich das Investment lohnt, hört ihr in unserem Podcast. "Börse, Baby!" gibt es überall, wo es Podcasts gibt.
Julian Schick (links) und Krischan Orth schauen auf den Markt
Der Analyst argumentiert, dass viele Unternehmen tief in ihre bestehenden Softwaresysteme eingebunden seien und sich kaum dazu entschließen dürften, ihre Anbieter zu wechseln – insbesondere nach den hohen Investitionen in den Aufbau und die Integration ihrer Software-Infrastruktur.
Anthropic und andere KI-Anbieter wie OpenAI seien schlicht nicht darauf vorbereitet, den Übergang ganzer Unternehmen von klassischen Softwareprodukten zu bewältigen. "Neue Marktteilnehmer verfügen derzeit weder über die Kapazitäten, um sämtliche Unternehmensdaten für KI-Integrationen zu hosten, noch über die notwendige Infrastruktur, um organisatorische Datenstrukturen zuverlässig vor Malware zu schützen", schreibt Ives.
Die Aktien der von Ives empfohlenen Software-Unternehmen sind allein in dieser Woche um 9 bis 19 Prozent gefallen und liegen im bisherigen Jahr 2026 mit 19 bis 29 Prozent im Minus.
Zudem zeigte jüngst Barron´s auf, dass Ives neben seinerTätikeit als Analyst bei Wedbiush noch andere heiße Eisen im Feuer hat. Das Online-Magazin merkte kritisch an, dass Ives' Nebentätigkeiten – beim Digital-Asset-Unternehmen Eightco Holdings und dem Marketing-Tech-Anbieter Zeta Global Holding – sowie seine Verbindung zum KI-Aktienfonds von Wedbush in Research-Berichten, nicht regelmäßig offengelegt werden.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

