Anleger wegen Silber alarmiert
Silberpreis trotzt dem 2. Crash – Wendepunkt für Silber jetzt erreicht?
Einmal mehr stand es bei Silber Spitz auf Knopf: Der Silberpreis drohte unter die Marke von 70 US-Dollar zu fallen. Doch in letzter Minute drehte das Edelmetall nach oben – ist das die Wende?
- Silberpreis kämpft um 70 US-Dollar-Marke, Erholung möglich.
- Gold-Silber-Ratio steigt, Silber verliert Momentum.
- Korrekturboden bei 70 US-Dollar entscheidend für Zukunft.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Aktuelle Silberpreisentwicklung – Edelmetall entkommt dem 2. Crash
Die Silberpreisentwicklung der letzten Tage hatte es in sich. Zur Wochenmitte jagte das Edelmetall als Reaktion auf den vorherigen Abverkauf nach oben und nahm dabei noch einmal die 90 US-Dollar ins Visier. Die so wichtige Rückkehr über die 100 US-Dollar gelang dem Silberpreis indes nicht. Und erneut wurde es dramatisch. Die nächste Abverkaufswelle brach über den Silbermarkt herein. Dabei geriet die eminent wichtige Marke von 70 US-Dollar abermals unter Druck.
Charttechnik: Diese Marken entscheiden über die Wende bei Silber
Bereits in der letzten Silber-Kommentierung an dieser Stelle wurde der Preisbereich von 70 US-Dollar ob seiner Bedeutung herausgestellt. Insofern war es außerordentlich wichtig, dass die 70 US-Dollar dem Abgabedruck ein weiteres Mal standhalten konnten. Aus charttechnischer Sicht ist diese Entwicklung sogar zu begrüßen – sollten die nächsten Handelstage entsprechend verlaufen.
Der untere Chart verdeutlicht die spannende Konstellation. Der Silberpreis fiel von 120 US-Dollar auf knapp 70 US-Dollar, stieg auf 90 US-Dollar, nur um erneut auf die 70 US-Dollar zurückzufallen. Silber erholte sich zum Wochenschluss auf knapp 78 US-Dollar. Man lehnt sich sicherlich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn man der anstehenden Handelswoche richtungsweisenden Charakter zubilligt. Im besten Fall gelingt es Silber, den Schwung vom Freitag in die neue Handelswoche mitzunehmen und die Erholung über die 90 US-Dollar - im besten Fall über die 100 US-Dollar - hinweg auszudehnen. Das würde dem Korrekturszenario die Dynamik nehmen. Sollte die Erholung jedoch wieder in sich zusammenfallen und Silber doch noch unter die 70 US-Dollar abtauchen, wird es ungemütlich. In diesem Fall muss ein Test der 54,5 US-Dollar (ehemaliges Doppelttop) erwartet werden.
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Silber vs. Gold - Gold hat im Moment die Nase vorn
In der gestrigen Gold-Kommentierung wurde die aktuelle Entwicklung der Gold-Silber-Ratio ausführlich thematisiert. Nachdem die Gold-Silber-Ratio noch vor wenigen Tagen deutlich unter 50 lag, hat sie sich mittlerweile auf über 63 erholt. Damit kehrt die Ratio auch über den langfristig relevanten Wert von 60 zurück. Zusammengefasst: Silber hat im Vergleich zu Gold in den letzten Tagen Momentum eingebüßt.
Fazit – Wie könnte es mit der Silberrallye 2026 weitergehen?
Angesichts der dramatischen Entwicklungen in den letzten Tagen ist man geneigt, die Silberrallye für beendet zu erklären – doch das wäre zu einfach und zu kurz gegriffen. Die Rallye hat zweifelsohne einen herben Rückschlag erlitten, doch da die strukturellen Preistreiber unverändert intakt sind, ist das übergeordnet bullische Szenario nach wie vor zu präferieren. Auch die 150 US-Dollar in 2026 sollte man als potenzielles Preisziel noch nicht abschreiben. Zu den strukturellen Preistreibern zählt neben dem Silberdefizit auch die eklatante Schwäche des US-Dollars. Vor diesem Hintergrund sind die anstehenden US-Arbeitsmarkt- und US-Verbraucherpreisdaten von Bedeutung. Der wichtige US-Dollar-Index hat noch nicht zur Trendwende geblasen und ist unverändert im Korrekturszenario gefangen. Und es ist für Gold, Silber, Platin, Palladium etc. nicht das schlechteste Szenario.
Die Quartalsberichtssaison dürfte dem Sektor weitere Impulse geben. So haben unter anderem Hecla Mining und Pan American Silver die Veröffentlichung ihrer Quartalsergebnisse für den 18. Februar angekündigt.
Kurzum. Silber hat die große Chance, im Preisbereich von 70 US-Dollar einen Korrekturboden auszubilden. Sollten die 70 US-Dollar nicht halten, könnte es noch einmal auf 54,5 US-Dollar oder 46 US-Dollar gehen. Mit Blick auf die Oberseite wäre ein Vorstoß über die 90 US-Dollar ein erster wichtiger Fingerzeig im Hinblick auf eine Stabilisierung der Lage. Insgesamt gilt: Für meinungsstarke antizyklisch agierende Anleger und Investoren könnten sich immer wieder Gelegenheiten bieten.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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