Carsten Stork
Vom Rekordhoch in den freien Fall – Abgabedruck dominiert den Kaffeemarkt
Der Arabica Coffee Future an der ICE US erlebte eine äußerst schwache Handelswoche und verlor 11,80 % auf 294 US-Cent. Die Bewegung verlief nahezu ohne nennenswerte Gegenreaktion kontinuierlich nach unten. Besonders auffällig ist die Dimension des …
Der Arabica Coffee Future an der ICE US erlebte eine äußerst schwache Handelswoche und verlor 11,80 % auf 294 US-Cent. Die Bewegung verlief nahezu ohne nennenswerte Gegenreaktion kontinuierlich
nach unten. Besonders auffällig ist die Dimension des Rückgangs: Seit dem All-Time-High im Oktober 2025 bei 437,95 US-Cent ist der Preis damit um mehr als 30 % gefallen. Der Markt zeigt damit
erneut das typische Verhalten vieler Soft Commodities – sobald der Trend dreht, verlaufen Abwärtsbewegungen häufig beschleunigt und nahezu stufenlos.
Fundamental wirkt vor allem die Verbesserung der Angebotserwartungen belastend. Günstigere Wetterbedingungen in Brasilien erhöhen die Ernteaussichten, während gleichzeitig die Terminpreise unter
den Kassapreisen liegen und damit Vorverkäufe bremsen. Diese Konstellation verstärkt den Druck auf die Futures zusätzlich.
Die COT-Daten bestätigen die Schwäche deutlich. Das Managed Money reduziert seine Long-Positionen weiter und hält nur noch 18.364 Kontrakte Long – das niedrigste Niveau seit Oktober 2023. Der Markt
verliert damit kontinuierlich spekulative Unterstützung, wodurch Erholungen bislang ausbleiben.
Saisonal besteht kurzfristig noch ein leicht konstruktives Zeitfenster bis etwa Mitte/Ende Februar. Danach tendiert der Markt typischerweise seitwärts, bevor ab Mai historisch eine deutlich
schwächere Phase beginnt. Damit steht eine begrenzte saisonale Unterstützung einer klar negativen Marktstruktur gegenüber.
Fazit:
Der Trend bleibt eindeutig abwärtsgerichtet. Trotz kurzfristiger saisonaler Stabilisierung spricht die Kombination aus Positionsabbau und verbesserten Angebotsaussichten aktuell gegen eine
nachhaltige Erholung.

