Comeback nach Chaoswoche
Gold-Crash halbiert – US-Finanzminister gibt China die Schuld für den Absturz
Gold erholt sich nach dem historischen Crash wieder über 5.000 US-Dollar. US-Finanzminister Bessent macht "unberechenbaren Handel" in China für die Chaoswoche verantwortlich.
- Gold stabilisiert sich über 5.000 US-Dollar wieder.
- US-Finanzminister nennt China für Handelschaos verantwortlich.
- Wells Fargo hebt Goldpreisprognose bis 2026 stark an.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Gold hat sich am Montag weiter stabilisiert und wurde zuletzt bei rund 5.013 US-Dollar pro Unze gehandelt, nachdem der Preis im asiatischen Handel zeitweise um 1,7 Prozent gestiegen war. Damit holt das Edelmetall etwa die Hälfte des dramatischen Einbruchs auf, der nach dem Rekordhoch vom 29. Januar einsetzte. Entscheidend sei laut Ahmad Assiri von Pepperstone, dass sich Gold dauerhaft über der Marke von 5.000 US-Dollar halten könne – erst dann könne aus der aktuellen Gegenbewegung ein nachhaltiger Trend werden.
Die jüngsten Turbulenzen waren geprägt von extremen Ausschlägen, die durch eine Mischung aus spekulativen Strömen, geopolitischen Sorgen und Zweifel an der Unabhängigkeit der Federal Reserve ausgelöst wurden. US-Finanzminister Scott Bessent machte vor allem China für die "unberechenbaren" Schwankungen verantwortlich. "Die Lage in China ist etwas unruhig geworden", sagte er im Interview mit Fox News. Händler dort hätten massiv auf Kredit spekuliert, weshalb das Gold einen "klassischen spekulativen Ausverkauf" erlebt habe. Chinesische Regulierer hätten Banken inzwischen angewiesen, ihre Bestände an US-Staatsanleihen zu reduzieren – auch das habe die Umschichtungsdynamik verstärkt.
Gleichzeitig bleibt die strukturelle Nachfrage stark: Die chinesische Zentralbank hat ihre Goldkäufe den 15. Monat in Folge erhöht und damit einen wichtigen Stabilisierungsfaktor geliefert. Banken wie Deutsche Bank, Goldman Sachs und Pictet verweisen ebenfalls auf langfristige Treiber wie geopolitische Unsicherheiten, Diversifizierung weg vom US-Dollar und anhaltende Zentralbankkäufe.
Bei Silber fielen die Schwankungen noch heftiger aus: Das Metall, das seit dem Hoch mehr als ein Drittel seines Wertes verloren hatte, legte am Montag um bis zu sechs Prozent zu. Händler richten den Blick nun auf die US-Arbeitsmarktdaten am Mittwoch und die Inflationszahlen am Freitag, die neue Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed geben könnten. Die Diskussion um den von Donald Trump nominierten Fed-Kandidaten Kevin Warsh sorgt zusätzlich für Nervosität.
Unterdessen hat eine große US-Bank ihre langfristigen Erwartungen für Gold deutlich nach oben gesetzt: Wells Fargo hob ihr Kursziel für Ende 2026 auf 6.100 bis 6.300 US-Dollar an – bislang lag der Zielkorridor bei 4.500 bis 4.700 US-Dollar. Die Bank verweist auf politische Unsicherheiten, mögliche Zinssenkungen und die nachhaltige Nachfrage durch Zentralbanken. Ausgehend vom aktuellen Goldpreis entspricht das einer möglichen Aufwärtsbewegung von rund 22 bis 26 Prozent.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

