20 Prozent Kurspotenzial
Allianz: Fels in der Brandung – Darum wachsen die Gewinne schneller als erwartet
Die Allianz überrascht Analysten: Berenberg sieht den operativen Gewinn über Plan und hält 8 Prozent Wachstum bis 2027 für realistisch. Treiber ist vor allem das Schaden-/Unfallgeschäft, trotz Gegenwind vom US-Dollar
- Allianz übertrifft Erwartungen: 8% Gewinnwachstum bis 2027.
- Haupttreiber: Schaden-/Unfallgeschäft, Combined Ratio 92,1%.
- Berenberg bleibt bei "Buy", Kursziel steigt auf 459 Euro.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Versicherungsriese Allianz wächst aus Sicht von Berenberg Research schneller als es der Konzern in seinem Strategieplan 2025 bis 2027 anpeilt. Nach der Prognoseanhebung im 3. Quartal 2025 erwarten die Analysten operatives Gewinnwachstum von rund 8 Prozent pro Jahr – statt der bisherigen 6 Prozent.
Die neue Guidance für 2025 liegt bei 17,0 bis 17,5 Milliarden Euro operativem Gewinn, nachdem ursprünglich 15 bis 17 Milliarden Euro als Zielkorridor genannt wurden. Der Konsens liegt bei rund 17,3 Milliarden Euro – etwa 8,4 Prozent mehr als 2024.
Der Haupttreiber ist das Schaden- und Unfallgeschäft: Hier werden für 2025 etwa 9 Milliarden Euro operativer Gewinn erwartet, rund 1 Milliarde Euro über dem zu Jahresbeginn angepeilten Mittelwert. Entscheidend ist die Combined Ratio. Statt rund 93 Prozent liegt der Konsens bei 92,1 Prozent. Berenberg rechnet vor, dass diese Abweichung ungefähr 0,7 Milliarden Euro Ergebnis bringt; der Rest soll aus Wachstum und höheren Investmenterträgen kommen.
Für Anleger wichtig: Das Plus soll vor allem aus Underwriting kommen, also aus Versicherungstechnik und nicht aus Kapitalmarktlaunen. Zusätzlich sieht Berenberg in großen kommerziellen Linien weiter Preismomentum: Aufschläge von über 10 Prozent lägen über der Schadeninflation von rund 7 Prozent.
Zur Begründung verweisen die Analysten außerdem auf eine Mischung aus niedrigeren Wetterschäden und einer verbesserten Schadenhäufigkeit im Kfz-Geschäft. Weil Prämienänderungen oft mit Verzögerung wirken, bleibt ein Rückgang der Frequenz zunächst beim Versicherer.
Trotz Gegenwind durch den US-Dollar bleibt die Story intakt: Ein im Jahresdurchschnitt schwächerer US-Dollar gegenüber dem Euro könne 2025 rund 0,4 Milliarden Euro operativen Gewinn kosten. Life/Health und Asset Management lägen dennoch im Plan; im Asset Management helfen hohe Nettozuflüsse.
An der Einstufung Buy hält Berenberg fest. Die Analysten schrauben ihr Kursziel von 431 auf 459 Euro hoch, ein Aufwärtspotenzial von 20 Prozent. Die Analysten verweisen auf eine Solvabilität um 200 Prozent sowie Spielraum für Dividenden und zusätzliche Aktienrückkäufe.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
