KI-Zweifel wachsen
Microsoft abgestuft: Analyst warnt vor schwachem Cashflow und KI-Erträgen
Microsoft verliert für Analysten an Glanz, weil Zweifel an der Ertragskraft und nachlassende KI-Fantasie das bisherige Erfolgsbild trüben.
- Microsoft verliert Analystenvertrauen, Cashflow unter Druck.
- Copilot enttäuscht, könnte kostenlos angeboten werden.
- Investitionspolitik sorgt für Skepsis, Wachstum gefährdet.
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Die Analysten von Melius Research schlagen bei Microsoft einen vorsichtigeren Ton an. Das Research-Haus hat den Softwarekonzern von "Buy" auf "Hold" abgestuft und begründet den Schritt mit zunehmendem Druck auf den freien Cashflow. Analyst Ben Reitzes senkte zugleich sein Kursziel auf 430 US-Dollar, was vom aktuellen Niveau aus einem begrenzten Aufwärtspotenzial von rund sieben Prozent entspricht.
Laut TipRanks weist Reitzes eine Erfolgsquote von 56 Prozent und eine durchschnittliche Rendite von 9,5 Prozent auf.
Freier Cashflow droht hinter Erwartungen zurückzubleiben
Nach Einschätzung von Melius Research besteht eine gute Chance, dass Microsofts freier Cashflow in naher Zukunft unter den Erwartungen der Wall Street liegen wird. Gleichzeitig sieht Reitzes Risiken für das Abonnementgeschäft, das erste Anzeichen von Enttäuschungen zeigen könnte.
Die Branche befinde sich möglicherweise erst am Anfang einer Investorenabwägung, bei der Fantasie weniger zähle als belastbare Mittelzuflüsse. Entsprechend habe Melius seine Kaufempfehlungen auf KI-Halbleiter und ausgewählte Hardwaretitel wie Apple beschränkt, die direkt von den Ausgaben anderer profitierten und hohe Cashflows generierten.
Copilot enttäuscht – Konkurrenz schläft nicht
Besonders kritisch äußerte sich der Analyst zur Entwicklung von Copilot, Microsofts KI-gestütztem Assistenten. Reitzes bemängelt, dass Copilot nach drei Jahren intensiver Vermarktung lediglich 15 Millionen zahlende Nutzer vorweisen könne.
Das könnte dazu führen, dass Microsoft Copilot künftig kostenlos anbieten müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein solcher Schritt würde jedoch Wachstum und Margen im besonders profitablen Produktivitätssegment rund um Microsoft 365 belasten.
Capex-Entscheidung sorgt für Stirnrunzeln
Zusätzliche Skepsis löst die Investitionspolitik des Konzerns aus. Reitzes kritisiert, dass Microsoft seine Investitionsausgaben für das laufende Jahr nicht erhöht habe. Dies dürfte das Wachstum von Azure dämpfen und die mittelfristigen Erwartungen an die Cloud-Plattform belasten, so der Analyst.
Aktienkurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die zunehmende Zurückhaltung bereits wider. Die Microsoft-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund zwei Prozent verloren und liegt seit Jahresbeginn etwa 17 Prozent im Minus.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

