Neue Kaufempfehlung
Diesen "KI-Gewinner" aus dem DAX hat kaum einer auf dem Zettel
Seit ihrem Höchststand im vergangenen Sommer hat die Aktie von DAX-Neuling Scout24 fast 40 Prozent eingebüßt. Zu Unrecht, wie die Analysten der UBS finden. Sie sehen in dem Portalanbieter einen "klaren KI-Anführer".
- Scout24-Aktie: 40% Rückgang, UBS sieht Aufwärtspotenzial.
- Analysten stufen auf "Buy" hoch, KI-Führerschaft betont.
- Stabiler Immobilienmarkt und Aktienrückkäufe unterstützen.
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Der jüngste Kursrückgang bei Scout24 infolge der KI-Debatte erscheint aus Sicht der UBS überzogen. Die Analysten haben die Aktie von Neutral auf Buy hochgestuft und sehen den Betreiber von ImmoScout24 als klaren Qualitätsführer im europäischen Online-Kleinanzeigenmarkt. Besonders die starke Position im Immobiliensegment schütze das Geschäftsmodell besser vor einer möglichen Disruption durch KI-Anwendungen als bei vielen Wettbewerbern.
Die Scout24-Aktie hatte es in den vergangenen Monaten nicht leicht. Der Start ins neue Jahr ist mit einem Minus von bislang 12 Prozent klar missglückt. In den vergangenen 6 Monaten ging es rund ein Drittel bergab.
Trotz einer leichten Senkung des Kursziels auf 102,60 Euro sehen die Analysten nun aber deutliches Aufwärtspotenzial für den DAX-Neuling. Die aktuelle Bewertung spiegele die Qualität, das Wachstum und die vergleichsweise niedrigen Risiken des Geschäfts nur unzureichend wider.
Im Zentrum der Neubewertung steht die technologische Ausgangslage. Die UBS attestiert Scout24 die höchste "AI-Readiness" im Sektor. Die Kombination aus skalierbarer Plattform, moderner Technologiearchitektur und laufenden KI-Initiativen reduziere das Risiko steigender Kosten oder struktureller Margenverluste. Gleichzeitig profitiere das Unternehmen von der hohen Komplexität und Wertigkeit von Immobilienanzeigen – ein Markt, der sich weniger leicht durch generische KI-Lösungen ersetzen lasse.
Operativ rechnen die Analysten mit anhaltender Stärke im Kerngeschäft. Für 2026 und 2027 hebt die UBS die Umsatz- und Ergebnisprognosen leicht an und liegt damit über dem Marktkonsens. Rückenwind kommt aus stabileren Rahmenbedingungen am deutschen Immobilienmarkt, einer allmählichen Belebung der Hypothekenvergabe sowie weiter wachsenden Mitgliederzahlen bei professionellen und privaten Kunden.
Auch die Kapitalallokation rückt wieder stärker in den Fokus. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber den Zukäufen in Spanien hält die UBS die Sorgen für übertrieben. Weitere grenzüberschreitende Übernahmen gelten als unwahrscheinlich, während umfangreiche Aktienrückkäufe die Attraktivität für Investoren erhöhen. Bis 2028 sind Rückkäufe im Umfang von bis zu 500 Millionen Euro genehmigt.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
