Rechenzentren boomen
Der Chip-Engpass spaltet die Techwelt – die nächste Blockade droht schon!
Der Chipmarkt steuert auf 1 Billion US-Dollar zu. Doch ausgerechnet Speicher-Preise schießen hoch, Aktien driften auseinander. Erste Konzerne warnen. Wer profitiert und wer gerät als Nächster unter Druck?
- Chipmarkt erreicht 2026 1 Billion US-Dollar Umsatz.
- Speicherpreise steigen, Hardware-Margen unter Druck.
- Unternehmen warnen vor Engpässen und Margendruck.
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Der weltweite Halbleitermarkt dürfte im Jahr 2026 eine historische Marke erreichen. Die Semiconductor Industry Association erwartet für dieses Jahr einen globalen Chipumsatz von 1 Billion US-Dollar. Das wäre ein Plus von 25,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber sind vor allem die Milliardeninvestitionen der großen Technologiekonzerne in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI)
Am stärksten wuchs der Computerchip-Sektor, in dem sich Schwergewichte wie Nvidia, Advanced Micro Devices und Intel tummeln. Der Umsatz in diesem Segment stieg um 39,9 Prozent auf 301,9 Milliarden US-Dollar, so die Semiconductor Industry Association. Die zweitgrößte Kategorie waren Speicherchips. Ihre Preise ziehen wegen einer durch KI verschärften Knappheit an. Der Umsatz mit Speicherchips legte um 34,8 Prozent auf 223,1 Milliarden US-Dollar zu.
An der Börse sorgt der Speicherboom zugleich für eine harte Spaltung. Bloomberg zufolge fiel ein Index globaler Unterhaltungselektronikhersteller seit Ende September um 10 Prozent, während ein Korb von Speicherherstellern, darunter Samsung Electronics, an der Börse stark stieg. Steigende Speicherpreise drücken bei vielen Hardwareproduzenten auf die Marge. Speicheranbieter profitieren.
Vivian Pai, Fondsmanagerin bei Fidelity International, warnt vor zu viel Optimismus bei der Dauer. Viele Bewertungen unterstellten, dass sich die Störung binnen ein bis zwei Quartalen normalisiere. Sie hält es für wahrscheinlicher, dass die Knappheit bis zum Jahresende anhält.
Unternehmen schlagen bereits Alarm
Qualcomm verlor am vergangenen Donnerstag mehr als 8 Prozent, nachdem der Konzern Engpässe als Risiko für die Smartphone-Produktion nannte. Nintendo verzeichnete in Tokio den größten Tagesrutsch seit 18 Monaten, nachdem das Unternehmen vor Margendruck warnte. Logitech liegt laut Bloomberg rund 30 Prozent unter dem Hoch im November, auch wegen höherer Chipkosten.
Hersteller verlagern Kapazitäten von klassischem Dynamic Random Access Memory hin zu High-Bandwidth-Memory für KI. Die Spotpreise für Dynamic Random Access Memory stiegen laut Bloomberg zuletzt um mehr als 600 Prozent, obwohl die Nachfrage nach Smartphones und Autos schwach blieb. Jian Shi Cortesi von GAM Investment Management sagt:
"Der aktuelle Zyklus hat sowohl in seiner Länge als auch in seiner Größenordnung bereits die vorherigen Zyklen übertroffen, und wir sehen keine Abschwächung der Nachfragedynamik."
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

