Knallt Platinpreis jetzt rauf?
Anleger alarmiert: Platin gegenüber Gold und Silber massiv unterbewertet
Platin wirkt nach dem Abverkauf gegenüber Gold und Silber so günstig wie lange nicht. Bietet das spektakuläre Bewertungsgefälle Chancen?
- Platin stark unterbewertet im Vergleich zu Gold und Silber.
- Strukturelles Angebotsdefizit stützt Platinpreise langfristig.
- Potenzielle Preiserholung möglich, wenn 2.000 USD hält.
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Aktuelle Platinpreisentwicklung – Abverkauf reißt Lücke zu Gold und Silber weiter auf
Den Ausflug in Richtung 3.000 US-Dollar musste Platin teuer bezahlen. Das Crash-Momentum, das Gold und Silber nach unten riss, erfasste auch Platin. Aktuell notiert der Platinpreis knapp 30 Prozent unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch – vom Ausmaß her ist der Abverkauf eher mit dem von Silber zu vergleichen. Selbst Palladium zog sich etwas besser aus der Affäre. Während der Goldpreis sich bereits kräftig erholen konnte und auch Silber hoffnungsvolle Ansätze einer Wende zeigt, hängt Platin ein wenig in den Seilen.
Platin gegenüber Gold und Silber massiv unterbewertet
Um Platin in Relation zu Gold und Silber zu setzen, lohnt ein Blick auf die wichtige Gold-Platin-Ratio und die Platin-Silber-Ratio. Gold notiert aktuell bei 5.060 US-Dollar, Silber derzeit bei 82,5 US-Dollar und Platin bei 2.128 US-Dollar. Entsprechend ergibt sich für die Gold-Platin-Ratio ein Wert von knapp 2,38 und für die Platin-Silber-Ratio ein Wert von 25,8. Zum Zeitpunkt der letzten Platin-Kommentierung vom 27. Januar lagen die Ratio-Werte bei 1,86 bzw. 24,3.
Zur Einordnung: Platin hat in den letzten Tagen vor allem im Vergleich zu Gold an Boden verloren. Hier riss eine veritable Lücke auf. Der kräftige Anstieg der Ratio von 1,86 auf 2,38 verdeutlicht das. Im historischen Kontext deuten die aktuellen Ratio-Werte eine starke Unterbewertung von Platin gegenüber Gold an, wird als langfristig relevanter Durchschnittswert doch 1 angesehen.
Interessant ist der Vergleich zum ebenfalls stark von der Industrie nachgefragten Silber. Mit aktuell 26 notiert die Ratio deutlich unter ihrem langfristig relevanten Durchschnittswert von 75. Im Vergleich zu Silber kann man von einer eklatanten Unterbewertung von Platin sprechen.
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Strukturelles Defizit und US-Dollar-Schwäche als Preistreiber für Platin
Ein strukturelles Angebotsdefizit stützt Platin. In den Jahren 2023 bis 2025 dominierte bereits ein ausgeprägtes Defizit das Marktgeschehen. Den Erwartungen des World Platinum Investment Councils (WPIC) nach dürfte sich der Platinmarkt 2026 zunächst ausgeglichen präsentieren – Angebot und Nachfrage halten sich weitgehend die Waage. Dabei dürfte es sich aber nur um eine Verschnaufpause handeln. So erwartet das World Platinum Investment Counci für den Zeitraum 2027 bis 2030 ein Defizit von im Schnitt 348.000 Unzen pro Jahr.
Der schwache US-Dollar ist für Platin – wie für die anderen Edelmetalle auch – ein potenzieller Preistreiber. Die Nominierung von Walsh als Nachfolger von Powell hat nicht zum befürchteten Erstarken des US-Dollars geführt. Der US-Dollar-Index erholte sich zwar leicht, verzeichnete dabei aber keine nachhaltige Trendwende und notiert noch immer unterhalb der wichtigen Marke von 100 Punkten.
Fazit – Knallt der Platinpreis jetzt rauf?
Der Abverkauf von knapp 3.000 US-Dollar auf 2.000 US-Dollar hat die Platinrallye abrupt beendet. Neues Momentum muss her. Im besten Fall gelingt es Platin, im Bereich von 2.000 US-Dollar einen tragfähigen Boden auszubilden. Dieser könnte wiederum die Basis für den nächsten Preisschub bilden. Über kurz oder lang dürfte sich die fundamentale Defizitsituation auf den Preis auswirken. Eine Zwischenrallye in Richtung 3.000 US-Dollar scheint in der aktuellen Situation jederzeit möglich. Sollte es hingegen unter die 2.000 US-Dollar gehen, könnte das weitere Abgaben in Richtung 1.750 US-Dollar und 1.500 US-Dollar provozieren.
Die letzte Kommentierung zu Platin wurde an dieser Stelle mit „[…] Mit Blick auf die aktuelle Konstellation im Edelmetallsektor gilt unverändert, dass die Aktien der großen Gold- und
Silberproduzenten, wie Barrick, Newmont, Pan American Silver oder Hecla Mining unverändert exzellente Alternativen zu den hochbewerteten Tech-Aktien wie
Nvidia und Palantir etc. darstellen. Ein Blick auf die Aktien der großen Platinproduzenten wie Impala Platinum, Northam Platinum und Sibanye Stillwater dürfte sich allerdings ebenfalls
lohnen.“ beendet. Dem ist auch heute nichts hinzuzufügen.

