Aktie rutscht ab
CVS überrascht mit Gewinnsprung – doch der Ausblick bleibt ein Drahtseilakt
CVS Health schlägt die Gewinnerwartungen und bestätigt den Ausblick für 2026. Doch geringerer Cashflow, politischer Druck und Probleme im Versicherungsmarkt bremsen die Aktie – Anleger bleiben vorsichtig.
- CVS Health übertrifft Gewinnerwartungen, bleibt vorsichtig.
- Nettogewinn steigt auf 2,92 Mrd. USD, Umsatz wächst.
- Politischer Druck und Cashflow-Probleme belasten Aktie.
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Der US-Gesundheitskonzern CVS Health hat zum Jahresende solide Zahlen vorgelegt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das dürfte Investoren zumindest teilweise beruhigen, nachdem der Versicherungssektor zuletzt von Unsicherheit geprägt war. Gleichzeitig hält das Unternehmen an seiner Gewinnprognose für 2026 fest – auch wenn der Ausblick an einigen Stellen vorsichtiger ausfällt als erhofft.
Im vierten Quartal stieg der Nettogewinn auf 2,92 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 2,30 US-Dollar je Aktie, nach 1,62 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz legte auf 105,69 Milliarden US-Dollar zu. Bereinigt um Sondereffekte erzielte CVS einen Gewinn von 1,09 US-Dollar je Aktie und lag damit über dem Analystenkonsens.
Finanzvorstand Brian Newman erklärte, dass sich die Kostenentwicklung im Medicaid-Geschäft der Versicherungstochter Aetna weiterhin auf erhöhtem Niveau bewege, jedoch im Rahmen der internen Erwartungen liege. Auch die Einschreibungen im Medicare-Bereich für 2026 zeigten einen leichten Rückgang, der bereits einkalkuliert gewesen sei.
An der Prognose für 2026 hält CVS grundsätzlich fest. Das Unternehmen rechnet mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 7 und 7,20 US-Dollar. Der Mittelwert liegt allerdings leicht unter den bisherigen Markterwartungen. Zudem wurde die Prognose für den operativen Cashflow auf mindestens 9 Milliarden US-Dollar gesenkt. Hintergrund ist laut Management, dass einige Zahlungseingänge früher als geplant verbucht wurden.
Die Aktie reagierte dennoch verhalten: Im frühen Handel in New York verlor das Papier 1,6 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt CVS rund 4,5 Prozent im Minus und damit deutlich hinter dem S&P 500.
Der vorsichtige Ton spiegelt die angespannte Lage im gesamten Sektor wider. Andere große Versicherer wie UnitedHealth Group oder Elevance Health hatten zuletzt ebenfalls mit schwächerem Wachstum und rückläufigen Einschreibungen zu kämpfen. Zusätzlichen Druck bringt die politische Debatte in Washington: US-Präsident Donald Trump fordert niedrigere Gesundheitskosten, während die staatlichen Centers for Medicare and Medicaid Services für 2027 nur begrenzte Vergütungserhöhungen in Aussicht stellt.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
