Datenzentren statt Coins
Diese zwei Krypto-Aktien könnten explodieren – aber nicht wegen Bitcoin
Morgan Stanley setzt trotz schwachem Bitcoin auf zwei Krypto-nahe Aktien. Der Grund ist ein Strategiewechsel hin zu Datenzentren für Künstliche Intelligenz.
- Morgan Stanley setzt auf Cipher Mining und TeraWulf.
- Strategiewechsel zu KI-Rechenzentren treibt Aktien.
- Warnung vor Risiken: Finanzierung und Kostenüberschreitungen.
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Bitcoin steht unter Druck, aber Morgan Stanley sieht dennoch erhebliches Kurspotenzial bei zwei Aktien aus dem Umfeld der Kryptowährung. Die US-Investmentbank hat die Beobachtung von Cipher Mining und TeraWulf aufgenommen und beide Titel auf "overweight" eingestuft, wie CNBC berichtet.
Für Cipher nennt Morgan Stanley ein Kursziel von 38 US-Dollar. Die Aktie notiert aktuell bei 17,17 US-Dollar und liegt damit 2,42 Prozent im Plus (Stand 16:22 Uhr MEZ).
Für TeraWulf setzt die Investmentbank ein Ziel von 37 US-Dollar an. Das Papier steigt auf 17,10 US-Dollar und gewinnt 2,7 Prozent (Stand 16:22 Uhr MEZ).
Strategiewechsel wird zum Kurstreiber
Der Optimismus der Analysten hängt dabei nicht an einer Erholung des Bitcoin-Preises. Vielmehr setzen beide Unternehmen auf einen grundlegenden Umbau ihres Geschäftsmodells. Cipher und TeraWulf wandeln Teile ihrer bisherigen Bitcoin-Mining-Anlagen in Rechenzentren um, die künftig Anbieter von Künstlicher Intelligenz bedienen sollen.
"Für beide Unternehmen ist dieses Wachstumspotenzial von Bitcoin zu [Rechenzentren] ein wichtiger Treiber für den Aufwärtstrend ihrer jeweiligen Aktien", schreiben die von Stephen Byrd geführten Analysten.
Knappheit bei Rechenleistung verschärft sich
Morgan Stanley sieht eine strukturelle Unterversorgung mit Rechenleistung für KI-Anwendungen. Besonders gefragt seien sogenannte Time-to-Power-Lösungen, also Technologien, die eine schnelle Inbetriebnahme ermöglichen und Ausfallzeiten minimieren. Gleichzeitig deuteten jüngste Investitionsankündigungen großer Cloud-Anbieter darauf hin, dass sowohl der Bedarf als auch die Budgets für Rechenleistung und Strom weiter steigen.
Vor diesem Hintergrund rechnet die Bank damit, dass sogenannte Hyperscaler bereit sind, höhere Preise zu zahlen, um schnell verfügbare Kapazitäten zu sichern. Umgebaute Anlagen ehemaliger Bitcoin-Miner könnten davon besonders profitieren.
Strom bleibt der Engpassfaktor
Nach Einschätzung von Morgan Stanley stoßen bestehende Entwickler von Rechenzentren in den USA und Europa zunehmend an Grenzen beim Zugang zu Strom: "Selbst wenn die Entwickler in Washington D.C. sich den Zugang zu allen großen US-amerikanischen und europäischen Bitcoin-Unternehmen sichern würden, hätten sie unserer Meinung nach immer noch zu wenig Zugang zu Strom."
Bitcoin unter Druck, Aktien im Plus
Der Strategiewechsel erfolgt in einer Phase deutlicher Schwäche am Kryptomarkt. Bitcoin notierte zuletzt bei 70.385,89 US-Dollar und damit mehr als 40 Prozent unter seinem Rekordhoch von über 126.000 US-Dollar aus dem Oktober. Zuvor war der Kurs bis auf rund 60.000 US-Dollar gefallen, bevor eine leichte Erholung einsetzte.
Die Aktien von Cipher und TeraWulf entwickelten sich zuletzt deutlich besser. In der vergangenen Woche legte Cipher um etwa 6 Prozent zu, während TeraWulf ein Plus von 21 Prozent verzeichnete. Im gleichen Zeitraum verlor Bitcoin rund 10 Prozent.
Morgan Stanley warnt vor Risiken
Trotz der positiven Einschätzung warnt Morgan Stanley vor möglichen Rückschlägen. Finanzierungsprobleme könnten den Ausbau der Rechenzentren verzögern. Zudem könnten große Sprachmodelle an technische Skalierungsgrenzen stoßen. Auch der Umbau von Mining-Hallen zu modernen Rechenzentren berge das Risiko von Kostenüberschreitungen, so die Analysten.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
